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Klopp: "Die Deutschen lieben Red Bull - aber nicht im Fußball"

kicker

Mit dem erfolgsverwöhnten FC Liverpool tanzte Jürgen Klopp regelmäßig auf vier bis fünf Hochzeiten, seit einiger Zeit tut er das auch wieder privat, ganz buchstäblich. Seit er als Trainer aufgehört hat - und zwar offenbar nicht nur als Trainer der Reds -, genießt er seine neuen Freiheiten in vollen Zügen.

"In fast 25 Jahren war ich zweimal auf einer Hochzeit - einmal auf meiner eigenen und das andere Mal vor zwei Monaten", erklärte Klopp in einem Interview mit The Athletic. "In 25 Jahren war ich viermal im Kino - jeweils in den letzten acht Wochen. Es ist schön, dass ich das jetzt tun kann." Sein Leben als Trainer vermisst er nicht mal im Ansatz, eine Rückkehr schließt er aus - eigentlich. "Man weiß ja nie. Ich bin 58. Wenn ich mit 65 wieder anfangen würde, würden alle sagen: 'Du hast gesagt, du würdest das nie wieder machen!'" Aber im Moment meine er es zu "100 Prozent" so: Der Trainer Klopp ist Geschichte.

"Ich war an vielen Transfers beteiligt"

Als Klopp vor einem Jahr Head of Global Soccer bei Red Bull wurde, war der Aufschrei besonders in Deutschland groß. Überrascht wurde er davon nicht. "Ich bin Deutscher. Ich weiß, was die Menschen in Deutschland über das Engagement von Red Bull im Fußball denken", sagt der frühere Mainz- und Dortmund-Coach. "Sie lieben Red Bull. In allen Bereichen. Aber im Fußball? Nein." Aber jeder könne denken, was er wolle. "Lustigerweise waren die Reaktionen nur in Deutschland so." In Liverpool seien die Leute eher "überglücklich, dass ich das tue, was ich tue, weil ich keine andere Mannschaft trainiere".

Unter anderem wirkte Klopp in seiner neuen Rolle auch bei den Transferfenstern mit, die RB Leipzig und Ligue-1-Aufsteiger FC Paris gerade hinter sich haben. "Ich war an vielen Transfers beteiligt", verrät er. Dazu gehörten auch Telefonate mit den Spielern selbst - aber nicht nur: "Ich möchte, wenn nötig, der Notruf der Trainer oder Sportdirektoren sein, der Mann, den sie anrufen, wenn sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen."

Klopps Vorschlag: Mehr Urlaub gegen weniger Geld

Unverändert kritisch sieht er die zunehmende Belastung für die Top-Spieler. Die Klub-WM hatte er bereits als "schlechteste Idee, die jemals umgesetzt wurde", bezeichnet, und natürlich kann er ebenso wenig fassen, dass die FIFA eine weitere Aufstockung der Weltmeisterschaft erwägt - auf 64 Mannschaften 2030. "Ich habe es gesehen und gedacht: Oh nein, damit will ich nichts zu tun haben. Was auch immer ich sage, ich kann es genauso gut meiner Mikrowelle erzählen. Es hat genau denselben Effekt."

Sein Vorschlag bleibt unverändert: "Warum setzen wir uns nicht alle zusammen an einen Tisch und sagen den Spielern, dass sie acht Wochen Urlaub pro Jahr haben könnten? Können wir darüber reden, wie? Versuchen wir es doch mal!" Er würde zumindest nicht ausschließen, dass Trainer und Spieler im Spitzenfußball im Gegenzug auf Geld verzichten würden. "Wenn man mit mir gesprochen hätte, dann auf jeden Fall."