Ex-Trainer appelliert an Liverpool-Fans
Obwohl die Reds bereits als Meister feststanden, saß auch Jürgen Klopp vor dem Fernseher, als sich der FC Liverpool und der FC Arsenal vor zwei Wochen ein mitreißendes 2:2-Remis lieferten. Bis zum Schluss hielt er allerdings nicht durch. Nach rund 70 Minuten schaltete der Ex-Trainer des LFC ab - reichlich irritiert darüber, dass Trent Alexander-Arnold mit Buhrufen empfangen wurde, als ihn Klopps Nachfolger Arne Slot einwechselte.
"Ich bin alt, deswegen dachte ich, es liegt an meinem Gehör. Also habe ich die Lautstärke aufgedreht", berichtete Klopp am Freitagabend bei einer Benefizveranstaltung für die LFC-Stiftung. Er habe "noch mal zehn Sekunden gebraucht", um zu begreifen, dass tatsächlich Buhrufe durch Anfield hallten. "Dann habe ich den Fernseher ausgeschaltet. Ehrlich gesagt hätte ich in diesem Moment nicht enttäuschter sein können. Das sind nicht wir, zu 100 Prozent nicht."
Klopps Appell: "Vergesst nicht"
Viele Fans nehmen Alexander-Arnold übel, dass er sich nach langem Zögern gegen eine Vertragsverlängerung in Liverpool entschied und nach 21 Jahren im Klub ablösefrei zu Real Madrid wechselt. "Ich sage euch nicht, dass ihr nicht enttäuscht oder wütend sein sollt, sondern ich sage euch: Vergesst nicht", appellierte Klopp. "Dieser Verein vergisst nicht. Wir vergessen die guten Dinge nicht und wir vergessen die schlechten Dinge nicht. Aber wir ignorieren die schlechten Dinge und erinnern uns an die guten Dinge."
Während Slot und Kapitän Virgil van Dijk teilweise Verständnis für die Reaktion der Fans gezeigt hatten, will Klopp als "alter Mann keine Zeit damit verschwenden", seine Meinung zu verbergen. Und die über Alexander-Arnold könnte kaum höher sein. "Ich war jeden Tag dort - wenn er nicht alles gegeben hätte, würde ich es euch jetzt sagen, aber er hat jeden Tag alles für diesen Verein gegeben."
Klopp am Sonntag im Stadion - doch spielt Alexander-Arnold überhaupt?
Als 18-Jähriger habe der Rechtsverteidiger mit einem Freistoßtor gegen Hoffenheim Liverpools Champions-League-Teilnahme gerettet und 2019 beim Comeback-Sieg gegen Barcelona "das frechste Ding der Welt gemacht", nannte Klopp zwei Beispiele. "Aber jetzt spielt er nächstes Jahr für einen anderen Verein und wir entscheiden, wie wir damit umgehen."
Am Sonntag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) empfängt Liverpool zum Abschluss Crystal Palace, Klopp will live vor Ort sein. Ob sich die Buhrufe dann wiederholen, bleibt abzuwarten - auch weil Alexander-Arnold womöglich gar nicht aufläuft. "Ich habe mich noch nicht entschieden", sagte Slot auf seiner Vorab-Pressekonferenz.