Ganze sechs Anläufe brauchte es für den 1. FC Nürnberg für den ersten Sieg in der laufenden Zweitligasaison. Vier Niederlagen und ein Unentschieden später war es am Samstagabend endlich vollbracht. Der Club bezwang nach einer überwiegend überzeugenden Leistung den VfL Bochum durch einen Treffer in der Nachspielzeit von Grimaldi. In den 90 Minuten zuvor wiederholte sich trotz einer deutlichen spielerischen Steigerung ein Muster, dass sich bereits durch die vergangenen Wochen gezogen hatte - die Chancenverwertung blieb erneut ausbaufähig.
Klose: "Dann stehen wir da und versuchen, das zu erklären"
Am Ende konnte es einem sichtlich erleichterten Klose egal sein: "Ich bin unglaublich glücklich, dass wir es heute mal zu Ende gespielt haben", freute sich der Trainer nach der Partie bei RTL, wohlwissend, dass auch anders hätte laufe können. "Wenn wir da am Schluss nicht das Tor machen, dann stehen wir wieder da und versuchen das zu erklären."
Ein remis wäre gewiss bitter gewesen. Der Club hatte von Anfang an eine gute Leistung gezeigt, Bochum phasenweise eingeschnürt, aber wie schon in der vorherigen Woche beim KSC eine Möglichkeit nach der anderen vergeben. 20 Torschüsse gab der FCN gegen Bochum auf das Tor ab, nur zwei fanden den Weg in die Maschen.
Ein Sinnbild: Diop und Zoma standen sich nach einer knappen halben Stunde auf den Füßen und vergaben einen sicher geglaubten Treffer leichtfertig - für Klose eine Möglichkeit "wie fast schon ein Elfmeter. Wir haben uns ganz viele Chancen herausgespielt und vielleicht war das mal so ein Spiel, wo uns guttut, dass wir mal drei Punkte eingefahren haben."
Appell an die Fans
Der Knoten platzte in dieser Partie nach 68 Minuten, als Justvan den Club durch einen fulminanten Fernschuss in Führung brachte. Doch die Freude währte nur knapp 20 Minuten, denn kurz vor Schluss folgte die Ernüchterung: Janisch brachte Morgalla nach grobem Schnitzer im Strafraum zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Sissoko zum Ausgleich.
Erneut schien sich die fahrlässige Chancenverwertung zu rächen, wie schon bei der Niederlage beim KSC, als der Club sich - trotz eines xGoals-Werts von 2,15 gegen 0,96 - geschlagen geben musste. Diesmal jedoch bewiesen die Franken Moral und trafen durch den spät eingewechselten Grimaldi in der Nachspielzeit zum Sieg.
Ein glückliches Händchen von Klose, der trotz des Sieges erneut an die Fans appellierte: "Wir haben in dem Verein viel umgekrempelt. Man muss uns Zeit geben. Die Zeit haben wir letztes Jahr genauso gebraucht. Und wenn man ehrlich ist, haben wir heute das zweite Spiel mit dieser Mannschaft bestritten."
Das dritte Spiel für diese Mannschaft folgt am Sonntag in einer Woche, wenn es erneut Zuhause gegen Hertha BSC geht (13.30 Uhr). Und vielleicht zeigt sich dann, dass die Partie gegen den VfL Bochum der Knotenlöser war.