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Klose nach gewonnenem Endspiel: "Ich brauche bald einen Herzschrittmacher"

kicker

Infolge des 0:3 gegen Hertha ist Klose ins Zentrum der Kritik geraten. Mit vier Punkten aus sieben Spielen und dem Pokal-Aus bei Viertligist Illertissen drohte die Hoffnung auf bessere Zeiten zu schwinden. Sportvorstand Joti Chatzialexiou erklärte das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf zum Endspiel für Klose. Ganz nach dem Motto: siegen oder fliegen!

Klose selbst blieb gelassen. Er änderte nichts an seiner Herangehensweise, vertraute erneut der Hertha-Elf - und bekam Recht. Um kurz nach halb neun war klar: Der Plan war aufgegangen, dem 46-Jährigen fiel ein Stein vom Herzen. "Das war brutal intensiv. Es war brutal abwechselnd, was die Emotionen angeht", sagte er nach dem wilden 3:2-Erfolg in Düsseldorf am Sky-Mikrofon.

Dem sonst so introvertierten Weltmeister war die Freude deutlich anzusehen. Mit zittriger Stimme sprach Klose über seine Erleichterung - auch, weil sein Team immer wieder zurückkam. Zweimal glich Düsseldorf aus, dreimal ging der Club in Führung. "Die Mannschaft hat Moral. Bei allem Druck spielt sie weiterhin Fußball und findet gute Lösungen. Ich bin unheimlich glücklich."

Klose bleibt seinen Prinzipien treu

Zwar gehört auch zur Wahrheit, dass Düsseldorf besonders im ersten Durchgang keine Gegenwehr leistete und der Nürnberger Hintermannschaft keine Aufgabe stellte, und dennoch zählte am Freitagabend nur das nackte Ergebnis. Nach dem Abpfiff umarmte Klose jeden Spieler, herzte sich innig mit Sportvorstand Chatzialexiou und nahm Torschütze Rafael Lubach unter anderem auf seine Schultern. "Das ist das, was ich als Spieler immer gerne hatte. Das wollen wir Tag für Tag vorleben. Wenn ich Spieler umarme und wir beide feuchte Augen haben, ist das genau das Richtige. Ich brauche bald einen Herzschrittmacher."

Trotz der aufgeheizten Diskussionen um seine Zukunft ließ sich Klose von außen nicht beirren. Statt auf personelle Veränderungen setzte er auf Kontinuität - und betonte einmal mehr seine Grundprinzipien: "Ich bleibe bei meiner Linie und ich werde mich nicht verstellen und irgendwas künstlich erzählen. Ich stehe für Ballbesitzfußball und für die Weiterentwicklung von Spielern, weil das für mich der richtige Weg ist und dabei bleibe ich."

„Da ist eine Woche Mallorca drin.“ (Miroslav Klose über die anstehende Länderspielpause)

Diese Haltung wurzelt bei Klose in einer ganz persönlichen Überzeugung. Der frühere Weltklasse-Stürmer sieht den Trainerberuf nicht als Karrierevehikel, sondern als Berufung. "Ein guter Freund von mir hat mal gesagt, du musst mit der zweiten Lebenshälfte auch etwas anfangen. Da habe ich lange gebraucht, um ein Gefühl zu entwickeln, aber ich muss auf den grünen Rasen und mit den Jungs trainieren. Das ist das, woran ich Spaß habe und wofür ich lebe. Ich bin davon überzeugt, dass auch wieder bessere Zeiten kommen."

Ehe das nächste Spiel ansteht, hat der Club nun 16 Tage Zeit, um während der Länderspielpause an Feinschliffen zu arbeiten und mit weiteren Punkten aus der Krise herauszukommen. Zwischendurch "ist eine Woche Mallorca drin", schmunzelte Klose.