Wenn Florian Kohfeldt über den kommenden Gegner Preußen Münster spricht, schwingt viel Respekt vor dem Wandel des Teams mit. Vergangene Saison habe Münster als Aufsteiger einen eher klassischen Fußball gespielt, tief verteidigt, lange Bälle gespielt und sich über Zweikämpfe definiert. "Und jetzt sind sie zu einer der absoluten Ballbesitzmannschaften der 2. Liga geworden", sagte der Coach des SV Darmstadt 98 am Freitag. Münster habe sehr viele X-Goals in seinen Spielen, kassiere so aber auch das eine oder andere Gegentor. "Wer das Gefühl hat, wir würden am Sonntag auf einen Gegner treffen, der nicht attraktiv Fußball spielen will, der hat sich komplett geschnitten."
Hornby soll gegen Paderborn zurückkehren
Verzichten muss Kohfeldt weiter auf Fraser Hornby. Für den Offensivspieler kommt ein Einsatz nach seinem leichten Muskelfaserriss im Spiel gegen Elversberg vor rund zwei Wochen noch zu früh. Angepeilt ist ein Comeback nun für die letzte Partie des Jahres kommenden Freitag in Paderborn. "Wir haben uns diese Woche dafür entschieden, alles auf Paderborn zu setzen", sagte der Lilien-Trainer. "Die Gefahr, dass das jetzt nur ein Kurzeinsatz wird, der vielleicht dafür sorgt, dass es danach wieder ein bisschen schlechter wird, ist einfach da."
Ohne Hornby kam sein Offensivpartner Isac Lidberg beim 3:2 im Heimspiel gegen den Karlsruher SC zwar auch zu Chancen und erzielte ein Tor, ließ aber auch ungewohnt viele Gelegenheiten aus. Das sei natürlich ein Thema gewesen bei einem Spieler, der sonst "eine unfassbar gute Effizienz vor dem Torwart" habe. Der Schwede habe in manchen Situationen falsche Entscheidungen getroffen. Darüber rede man darüber inhaltlich. "Er ist voll bei sich, und ich bin optimistisch, dass er aus weniger Chancen wieder mehr Tore macht."
Emotionaler Lopez wahrscheinlich "sauer aufs Leben"
Eine falsche Entscheidung hatte auch Rechtsverteidiger Sergio Lopez getroffen, als er gegen den KSC nicht entschieden genug agierte, so dass die Gäste zum 2:2 kamen. Bei seiner Auswechslung war der Spanier aufgebracht, verweigerte den Handschlag. "Sagen wir mal so: Er war wahrscheinlich sauer aufs Leben", sagte Kohfeldt. "Natürlich geht das Gegentor auf ihn. Und trotzdem zeigt sich auch der Mensch Sergio Lopez in solchen Momenten." Er habe in der Emotion vielleicht vergessen, seinen Trainer und seine Mitspieler abzuklatschen.
"Aber er war auch der Erste, der sich am Sonntagmorgen vor die Mannschaft gestellt hat, sich entschuldigt und gesagt hat: Hey Jungs, das bin ich nicht. Es tut mir leid." Lopez sei "ein überragender Charakter". Natürlich gebe es mit Matthias Bader eine starke Alternative zu Lopez. Doch der Spanier habe sich in den vergangenen eineinhalb Jahren enorm entwickelt, sei gerade defensiv deutlich stärker geworden. "Sergio hat absolut mein Vertrauen", betonte Kohfeldt.