Gegen Düsseldorf hatte Fabian Nürnberger vor knapp zwei Wochen sein bislang bestes Saisonspiel gezeigt (kicker-Note 2) und sein erstes Saisontor erzielt. Allerdings bekam er dabei einen Schlag auf den Fuß ab und musste das folgende Spiel gegen Dresden pausieren. Nun ist der Linksverteidiger wieder fit und drängt zurück ins Team. Schlechte Karten also für Leon Klassen, der gegen Dresden ein ordentliches Startelfdebüt gegeben hatte, aber beim Auswärtsspiel gegen Kiel wohl wieder weichen muss.
Bader und Will wieder im Mannschaftstraining
Positive Nachrichten gibt es auch von den beiden Langzeitverletzten Matthias Bader und Paul Will. Beide sind in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind. Allerdings brauchen sie noch etwas Zeit, um ihren Trainingsrückstand aufzuholen, und werden die Reise in den hohen Norden deswegen nicht antreten.
Während Mittelfeldmann Will gut ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss wohl noch einige Wochen benötigen wird, könnte Außenbahnspieler Bader bereits für das Magdeburg-Spiel nach der Länderspiel-Pause wieder eine Option für den Kader sein. Er hatte zwar zu einer ähnlichen Zeit wie Will ebenfalls einen Kreuzbandriss erlitten, war allerdings bereits im Sommer wieder ins Training eingestiegen. Zuletzt hatten ihn muskuläre Probleme mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt.
"Kiel ist nicht direkt neben Bremen"
Die Lilien reisen als Tabellenerster zum Bundesliga-Absteiger aus Kiel. "Wir sind jetzt der dritte Tabellenführer, gegen den sie spielen", sagt Trainer Florian Kohfeldt. Sechs der bislang sieben Gegner der Kieler stammten aus der oberen Tabellenhälfte. Aktuell steht die Mannschaft nur auf Rang elf, obwohl man relativ offen formuliert hatte, dass man wieder aufsteigen wolle.
"Das ist jetzt keine Mannschaft, die sich über lange Ballbesitzphasen definiert, die aber sehr zielstrebig ist", sagte Kohfeldt und fügte an: "Ein harter Brocken, der da oben im Norden auf uns wartet." Als langjähriger Bremer Coach gab er für den einen oder anderen Südhessen dann gleich auch noch ein wenig Erdkunde-Nachhilfe: "Kiel ist jetzt nicht direkt neben Bremen. Da fährt man schon noch zweieinhalb Stunden. Von daher ist es jetzt wirklich auch keine Heimat für mich."
Vermeintlich leichtes Startprogramm für die Lilien
Das Startprogramm der Lilien steht im Kontrast zu dem der Kieler. Von den bisherigen sieben Gegnern des SV Darmstadt 98 rangiert aktuell nur einer in der ersten Tabellenhälfte. Doch Kohfeldt findet nicht, dass das die bisherige Leistung seiner Mannschaft schmälert.
"Knüppelhartes Startprogramm" oder "Mal sehen, wo wir im August stehen" - er habe die Schlagzeilen aus dem Sommer angesichts der ersten vier Spiele mit Bochum, Nürnberg, Hertha BSC und Kaiserslautern noch vor Augen, sagte Kohfeldt am Donnerstag. Tatsächlich holten die Lilien aus den ersten vier Spielen jedoch sieben Punkte, verloren nur in Kaiserslautern, der einzigen Mannschaft, die aktuell in der ersten Tabellenhälfte steht.
Unterschiedliche Lösungen gefunden
"Ich glaube, das zeigt eher, was die Liga ausmacht", erklärt der Lilien-Coach. "Du kannst ganz schwer die Ausgänge von Spielen voraussagen, weil jede Mannschaft immer eine Charakteristik hat, mit der sie Spiele gewinnen kann." Vor diesem Hintergrund finde er es spannender, dass sein Team schon gegen ganz unterschiedliche Arten von Gegnern Lösungen gefunden habe - sei es, den Kontrahenten in einem tiefen Block auszuspielen wie gegen Düsseldorf oder dem Gegner über Balleroberung wehzutun wie zuletzt gegen Dresden.