Fehlercode: %{errorCode}

Königliches Flair: Diese Drittligaspieler haben Champions-League-Erfahrung

kicker

Sommer 2017: Die AS Monaco hat gerade eine der erfolgreichsten Saisons ihrer Vereinsgeschichte hingelegt - doch nach dem überraschenden Titelgewinn in der Ligue 1 und dem Halbfinal-Aus in der Champions League droht nun der Umbruch. Unter anderem wechselt Leistungsträger Kylian Mbappé für 180 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain, einen Teil der Einnahmen wollen die Monegassen in einen neuen Flügelspieler investieren. Für zehn Millionen Euro an Land gezogen wird Adama Diakhaby, ein Top-Talent aus Rennes, das im Fürstentum einen vielversprechenden Start erwischt und gleich fünfmal in der Champions League zum Einsatz kommt. Und welches acht Saisons später, im besten Fußballeralter von 29 Jahren, in der 3. Liga für den SV Waldhof Mannheim aufläuft.

Zu groß waren wohl die für Diakhaby angedachten Fußstapfen; nach glücklosen Wechseln nach Huddersfield und Amiens sowie Stationen in Aserbaidschan, der Türkei und Rumänien heuerte der Franzose deshalb im Sommer beim Waldhof an. Damit ist Diakhaby nicht der einzige Drittligaspieler, der sich in jungen Jahren eine größere Karriere erhofft haben dürfte - und auch seine Champions-League-Erfahrung ist in Deutschlands dritthöchster Spielklasse kein Alleinstellungsmerkmal.

Ganze sechs Spieler aus den aktuellen Drittligakadern haben nämlich bereits in der Königsklasse auf dem Rasen gestanden. Manche als vielversprechende Talente, die wie Diakhaby die ganz große Karriere im Weltfußball verpasst haben und ihr Geld nun in einer niedrigeren Spielklasse verdienen. Andere als Leistungsträger, die die Champions League im besten Fußballeralter erlebt haben und ihren Teams nun mit ihrer Erfahrung weiterhelfen sollen.

20-mal Königsklasse für die Löwen

Zweifelsohne in letztere Kategorie einordnen lässt sich 1860 Münchens Neuzugang Kevin Volland. Der Angreifer lief zunächst für Bayer Leverkusen und später dann für Union Berlin in der Königsklasse auf und sammelte dabei 17 Einsätze - was ihn zum Champions-League-Rekordspieler in der aktuellen 3. Liga macht.

Dazu ist der 32-Jährige der einzige aktive Drittligaspieler, der Torerfolge auf dem ganz großen internationalen Parkett zu verbuchen hat: 2016 traf Volland für Leverkusen im Gruppenspiel gegen ZSKA Moskau (1:1), drei Jahre später beim Sieg über Atletico Madrid (2:1). Bei seinem bis dato letzten Einsatz in der Königsklasse schoss der Stürmer sein drittes Tor im Wettbewerb, als er bei der 2:3-Niederlage von Union Berlin gegen Real Madrid in der Gruppenphase 2023/24 die zwischenzeitliche 1:0-Führung erzielte.

Im Sommer 2025 kehrte der gebürtige Bayer der Bundesliga den Rücken und schloss sich ablösefrei seinem Jugendverein 1860 München an, wo er mit weiteren erfahrenen Spielern wie Florian Niederlechner, Thomas Dähne oder Siemen Voet um den Aufstieg in die 2. Liga kämpfen soll. Letzterer kam im Sommer von Slovan Bratislava, wo der belgische Innenverteidiger ebenfalls dreimal in der Champions League auf dem Rasen stand - damit kommt der diesjährige Kader der Sechziger auf insgesamt 20 Königsklassen-Einsätze.

Für Geis geht es gegen den Abstieg

Von Zweitliga-Träumen kann bei Johannes Geis derweil keine Rede sein. Der 31-Jährige hatte in den vergangenen zwölf Jahren die Stationen Fürth, Mainz, Schalke, Sevilla, Nürnberg, Köln und Unterhaching hinter sich gelassen und heuerte in diesem Sommer beim Drittligaaufsteiger Schweinfurt an. Für den langjährigen Regionalligisten kann es in der kommenden Saison nur um den Klassenerhalt gehen - da dürfte Geis' Erfahrung mehr als willkommen sein.

Nicht nur ist der Mittelfeldmann im deutschen Profifußball für sechs verschiedene Vereine aufgelaufen, bei seiner einzigen Auslandsstation schnupperte er auch gleich Champions-League-Luft: Während seiner einjährigen Leihe zum FC Sevilla stand Geis beim Gruppenspiel gegen den FC Liverpool (3:3) über 90 Minuten auf dem Platz und wurde beim 2:1 im Achtelfinalrückspiel gegen Manchester United kurz vor Spielende eingewechselt.

Gaudino hat eine Europa-Reise hinter sich

Und dann wäre da noch Gianluca Gaudino. Von Pep Guardiola in den Münchner Profikader berufen, sorgte der damals 17-Jährige gleich bei seinem Bundesliga-Debüt im August 2014 für Begeisterung bei den Bayern-Bossen. Der damalige Sportvorstand Matthias Sammer attestierte dem Youngster eine "unglaubliche Entwicklung", Coach Guardiola bezeichnete Gaudinos Auftritt als "überragend". Und ließ den Youngster auch in der Folge hin und wieder auflaufen - so auch im Dezember 2014, als Gaudino im Champions-League-Gruppenspiel gegen ZSKA Moskau (3:0) für 73 Minuten zum Einsatz kam.

Es sollte Gaudinos bis dato einziges Spiel in der Königsklasse bleiben. In der Spielzeit 2015/16 verlor das bayerische Talent seinen Platz im Profikader, verbrachte die Hinrunde bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern und wurde in der Folge für anderthalb Jahre an den FC St. Gallen ausgeliehen. Spätestens bei Gaudinos Rückkehr im Sommer 2017 war klar, dass der einstige Hoffnungsträger bei den Bayern keine sportliche Perspektive mehr haben dürfte.

Was folgte, war eine muntere Reise quer durch den europäischen Profifußball: Chievo Verona, Young Boys Bern, SV Sandhausen, SCR Altach, FC Lausanne-Sport und SV Stripfing/Weiden hießen Gaudinos Arbeitgeber von 2017 bis 2024. Im vergangenen Sommer wechselte der Mittelfeldmann schließlich zu Alemannia Aachen, wo der heute 28-Jährige zu den Leistungsträgern zählt und sich im defensiven Mittelfeld einen Stammplatz erarbeitet hat.