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Lang spielen nur, wenn's eklig wird: In Eilenburg ist der Wurm drin

kicker

Nach zwei Spieltagen mischte der FC Eilenburg mit vier Punkten ganz weit oben mit. Mittlerweile steht der kleine Klub aus Nordsachsen dort, wo ihn alle in der Regionalliga Nordost erwartet hatten: im Tabellenkeller. Sechs Zähler aus zehn Spielen hat die Elf von Trainer Kevin Rodewald eingespielt. Nach vier Spielen ohne Punkt und Tor reichte es zuletzt nur zu einem 1:1 gegen Schlusslicht Hertha Zehlendorf.

Die Berliner profitierten beim ersten Auswärtspunkt von der Eilenburger Verunsicherung, die deutlich spürbar war. Auch deshalb verzichtete Rodewald bewusst auf eine erneute Schelte und stellte das Positive in den Vordergrund. Der Spielzug, der zur 1:0-Führung - Torschütze war Marcus Niemitz - führte, war erste Sahne und wird der Mannschaft vor dem nächsten Spiel beim Chemnitzer FC noch einmal gezeigt. Der Trainer weiß: "Wenn wir Angriffe ohne technische Fehler durchkombinieren, sind wir gefährlich." Nur klappte das zuletzt selten. Auch gegen Zehlendorf war die Passqualität - sagen wir - ausbaufähig. Zudem ziehen sich einfache Ballverluste oder Fehlabspiele im Spielaufbau seit Wochen durch das Team. Zehlendorf bestrafte das nicht, Top-Teams schlagen daraus Kapital.

Anders als andere Kellerkinder sucht Eilenburg im Spielaufbau spielerische Lösungen. Mannschaft und Trainer wollen das so, um den Gegner zu locken und dann hinter die Kette zu kommen. "Wir wollen nicht nur schlagen und fühlen uns wohl, wenn wir von hinten rausspielen, aber wenn es eklig wird, sollten wir den Ball auch mal lang spielen. Das fordert auch der Coach", verriet Linksverteidiger Niemitz. Innenverteidiger Tom Fischer, der letzte Saison mit dem VFC Plauen abgestiegen war, sieht im Vergleich zu seinem alten Team deutliche spielerische Vorteile. "Mit Plauen haben wir wirklich nur gekämpft, da waren wir spielerisch selten auf Augenhöhe. In Eilenburg ist das anders. Wir müssen nur die richtige Balance finden." Und das Tor.

Mauer soll helfen

Aus dem Spiel heraus fielen erst drei Treffer, deutlich gefährlicher waren zu Saisonbeginn die Standards, doch auch die funktionieren seit einigen Wochen nicht mehr. Zudem wird der torgefährliche Mittelfeld-Dribbler Noah Baumann schmerzhaft vermisst. Er fällt mit einem Syndesmose-Riss bis Januar aus, auch Kapitän Tom Weiß (Bänderriss) ist länger außer Gefecht. Für Torgefahr soll nun Timo Mauer sorgen. Der 28-Jährige war nach seinem Abschied bei Chemie Leipzig im Sommer vereinslos und wurde vor zwei Wochen vom FC Eilenburg verpflichtet. Seine Erfahrung soll beim Kampf um den Klassenerhalt helfen. Der Weg wird wie in den letzten Jahren steinig und schwer - so viel ist nach den ersten zehn Spieltagen schon klar.