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Leidenschaft und hinten dicht: Röslers Pläne mit Krisenklub Bochum

kicker

Knapp 14 Tage bleiben dem neuen Trainer, um sich ein Bild von seiner Truppe zu verschaffen und an ein paar Stellschrauben zu drehen. Im Grunde genommen aber habe er bei seiner Vorbereitung auf den Job in Bochum sogar schon gesehen, dass der VfL spielte "wie eine Uwe Rösler Mannschaft".

Das war vor 14 Tagen im Spiel gegen Düsseldorf, das zwar 0:1 verloren ging, wo Rösler aber die hohe Intensität und Aggressivität sah, die auch künftig bei seiner Mannschaft die Basis darstellen soll. Wie er den Turnaround angehen will nach nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen? "Fast zwei Gegentore im Schnitt, das ist viel zu viel, wir müssen dringend am Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft arbeiten."

Nicht die einzige Baustelle, die Rösler als Nachfolger von Dieter Hecking und Interims-Coach David Siebers vorfindet. Die Hintermannschaft patzt sehr häufig, der Tordrang ist kaum ausgeprägt, erst acht Tore stehen bisher zu Buche, "das", so Rösler, "ist natürlich zu wenig, auch da müssen wir ansetzen."

Immerhin im Mittelfeld sieht der neue Coach eine sehr ordentliche Qualität, "wir haben eine hohe Anzahl an sehr guten Mittelfeldspielern", findet der 56-Jährige, der beim Tabellenvorletzten der 2. Liga bis 2027 unterschrieb.

Zusammenschluss mit den Fans

Als Trainer hat sich der Ex-Profi vor allem in England und in Skandinavien einen Namen gemacht, zuletzt trainierte er drei Jahre lang Aarhus GF in Dänemark. Den deutschen Fußball kennt er natürlich aus seiner langjährigen Zeit als Stürmer, zum Beispiel bei Dynamo Dresden; 2020 holte ihn der damalige Sportvorstand Lutz Pfannenstiel als Trainer zu Fortuna Düsseldorf.

Dort stabilisierte Rösler die Truppe zwar, der Klassenerhalt schien greifbar, doch am 34. Spieltag verpasste Fortuna mit einem 0:3 bei Union Berlin den möglichen Klassenerhalt. In der 2. Liga ging es dann später nicht mehr weiter für Rösler in Düsseldorf; Eindruck hat er mit seiner offenen und ehrlichen Art aber hinterlassen und hatte zumindest bei vielen Fans einen dicken Stein im Brett.

Eines seiner Anliegen in Bochum: Den Zusammenschluss mit den Fans wiederherstellen, es gelte, "das Stadion anzuzünden", am besten schon beim nächsten Auftritt am Samstag in acht Tagen an der Castroper Straße unter Flutlicht gegen Hertha BSC.

In den nächsten Tagen wird der Thüringer, geboren in Altenburg, versuchen, sich ein Bild zu verschaffen von seinen Spielern, um dann die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um Bochum aus den unteren Regionen herauszuführen. "Mit hoher Intensität, hohem Lauf- und Sprintvermögen, aggressiv und dynamisch", wie Rösler betont.

"Das ist ein Verein für mich"

Gleich bei den ersten Gesprächen, unter anderem mit Vorstandschef Andreas Luthe, hatte er ein gutes Gefühl: Bochum stehe "für Leidenschaft und Hingabe, das ist ein Verein für mich", das war dem erfahrenen Coach direkt klar.

Die Situation ist ernst rund um die Castroper Straße. Es gilt, nicht zu viel Zeit zu verlieren, um endlich in die Spur zu finden. "Es ist eine Situation, die die Existenz des Klubs bedroht", findet Luthe. "Deswegen ist es wichtig, dass Uwe Rösler viele Attribute mitbringt, die ein so genannter Feuerwehrmann hat. Zudem hat er aber auch viele Eigenschaften, um den Verein mittel-und langfristig voranzubringen."

Rösler bringt Co-Trainer Riedle mit - Ural geht

Rösler unterstützen wird mit Alessandro Riedle ein neuer Co-Trainer. Der 34-Jährige arbeitete bis zum Ende der vergangenen Saison als erster Assistenztrainer beim Schweizer Erstligisten FC Zürich und gilt als Standard-Experte. "Alessandro hat von überall Top-Referenzen bekommen, zudem haben wir vom ersten Kontakt an gemerkt, dass wir eine ähnliche Auffassung vom Fußball haben", sagt Rösler. Riedle wird den Platz von Murat Ural einnehmen, der die Blau-Weißen verlassen wird. Der 38-Jährige war im Juli 2024 als Co-Trainer von Peter Zeidler zum VfL gekommen und hatte auch unter Dieter Hecking in dieser Funktion gearbeitet.

Am Donnerstag gibt es ein Testspiel gegen Alemannia Aachen, Samstag in einer Woche steigt das erste Heimspiel unter Rösler gegen Hertha BSC. Eine Woche später tritt der VfL beim Mit-Absteiger Holstein Kiel an.