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Leipzig-Abschied nach zwölf Jahren: HSV holt Poulsen

kicker

Yussuf Poulsen soll den Hamburger SV zum Klassenerhalt schießen. Am Sonntagabend verkündete der Bundesliga-Aufsteiger die Verpflichtung des 31 Jahre alten Dänen, die Sportvorstand Stefan Kuntz am Donnerstag als eine "Frage von drei, vier oder fünf Tagen" bezeichnet hatte. Poulsen kommt von RB Leipzig und kennt damit zwar die Bundesliga schon bestens, der Schritt ist für ihn trotzdem ein besonderer: Seit 2013 hat er nicht mehr den Verein gewechselt.

Beim HSV erhält der 86-malige Nationalspieler die Rückennummer 15 und einen Vertrag, der deutlich niedriger dotiert ist als sein jüngster in Leipzig: Dort lag sein Gehalt inklusive Prämien bei sieben Millionen Euro, in Hamburg dürfte es knapp unter zwei Millionen Euro betragen. Der HSV, der keine Vertragslaufzeit kommunizierte, bezahlt eine Ablöse in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro, die RB vermutlich als Einmalzahlung an Poulsen weiterreichen wird. Bei den Sachsen genießt Poulsen als Rekordspieler zwar Legendenstatus, sportlich war er zuletzt aber ins zweite Glied gerückt. Nun nimmt er ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags eine neue Herausforderung an.

"Was Yussi für diesen Verein bedeutet, lässt sich nicht nur in Zahlen messen, sondern vor allem in Erinnerungen, in Gänsehautmomenten und in seiner Identifikation mit Stadt, Club und Fans", wird Leipzigs Geschäftsführer Marcel Schäfer in der Vereinsmitteilung zitiert. "Seine Geschichte ist im heutigen Profifußball fast schon einzigartig: Er kam als 19-jähriges Top-Talent zu einem Drittligisten und geht zwölf Jahre später als zweifacher Pokalsieger, Champions-League-Torschütze, Rekordspieler und Gesicht von RB Leipzig."

Poulsen selbst gab zu Protokoll: "Wenn ich zurückdenke, wo wir 2013 angefangen und wie viele unglaubliche Erfolge und wunderbare Momente wir bis heute erlebt haben, dann erfüllt mich das mit purer Freude und jeder Menge Stolz. Zwölf Jahre, was für eine brutale Reise!"

Mit dem HSV verbindet Poulsen eine Kindheitserinnerung aus dem Jahr 2005. "Mein erstes internationales Spiel, das ich je gesehen habe, war im UEFA-Cup das Spiel zwischen dem FC Kopenhagen und dem HSV", wird der Däne in der HSV-Mitteilung zitiert. Der HSV sei in seinen Augen "ein geiler Verein".

Hamburgs Sportdirektor Claus Costa erklärte die Verpflichtung auch mit Poulsens Spielertyp: "Er ist ein breit aufgestellter Mittelstürmer, der mit seiner Spielweise hervorragend in unser Anforderungsprofil passt. Zudem bringt er eine hohe Intensität und Bereitschaft im Pressing mit und ist sich im Anlaufverhalten für keinen Meter zu schade. Von diesem Gesamtpaket wollen und werden wir in der Bundesliga profitieren."

Poulsen war 2013 als 19-Jähriger für damals beachtliche 1,5 Millionen Euro von Lyngby BK zum damaligen Drittliga-Aufsteiger Leipzig gewechselt und spielte in den Jahren danach auf dem Weg, der den neuen Klub bis in die Champions League führte, eine tragende Rolle. Insgesamt kommt er unter anderem auf 233 Bundesliga- (49 Tore), 42 Champions-League- (zwei Tore) und 34 DFB-Pokal-Einsätze (14 Tore).

Beim HSV soll er die Lücke schließen, die durch den Abschied von Davie Selke entstanden ist. Der Zweitliga-Torschützenkönig wechselte zu Basaksehir in die Türkei.