Das Hinspiel war lange Zeit klarer, als es das Ergebnis am Ende ausdrückte. "Sie", sagte Herthas Sportdirektor Benjamin Weber Anfang August und meinte die Schalker, "haben das gut gemacht. Und wir haben uns nicht gewehrt." Hertha BSC ließ sich zum Saisonauftakt bei der 1:2-Niederlage in Gelsenkirchen von den Hausherren eine Halbzeit lang regelrecht auffressen. Wenn sich beide Teams am Samstagabend im Berliner Olympiastadion wiedersehen, will es Hertha besser machen. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir viele Möglichkeiten besitzen, dieser Mannschaft wehzutun", sagt Coach Stefan Leitl. "Wir gehen das Spiel mit sehr viel Selbstvertrauen und einer gewissen Überzeugung an, aber wir wissen auch, dass wir eine absolute Topleistung brauchen, um in diesem Spiel bestehen zu können."
Die Startelf entscheidet sich erst kurz vor dem Anpfiff
Die Vorzeichen auf Berliner Seite sind schwierig. Abwehrchef Toni Leistner fehlt rot-gesperrt. Kapitän Fabian Reese und Marton Dardai waren unter der Woche wie zuvor bereits Dawid Kownacki und Maurice Krattenmacher von einer Grippewelle betroffen, am Freitag meldete sich Stammkeeper Tjark Ernst erkrankt ab. Niklas Kolbe (Wadenverletzung) fehlt seit dem letzten Hinrunden-Spiel, Ex-Nationalspieler Diego Demme (Kopfschmerzen und Schwindel) seit Beginn der Rückrunden-Vorbereitung. Wann er zurückkehrt, ist ungewiss. Wie Leitls Startformation gegen den Tabellenführer aussehen wird, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn.
"So vorbereitet, dass wir 17 gute Spiele zeigen können"
Trotz der Unwägbarkeiten weiß man beim Hauptstadtklub um den Reiz des Duells. "Wir freuen uns definitiv auf dieses Spiel", sagt Leitl. "Mehr geht in der 2. Liga nicht, wenn diese beiden Vereine aufeinandertreffen. 70.000 Zuschauer, besser geht's nicht." In der Vorbereitung habe Hertha "alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - wir haben uns so vorbereitet, dass wir 17 gute Spiele zeigen können". Schalke sei "eine Mannschaft, die in der Hinrunde fast das Maximale rausgeholt hat und absolut verdient auf Platz eins steht". Hertha muss die beste Abwehr der Liga knacken, Leitl sagt: "Sie sind extrem schwer zu bespielen, sehr intensiv, immer bereit, das Tor zu verteidigen." Aber er vertraut seinem Team: "Gegen uns ist es auch schwer, Tore zu schießen, weil wir auch sehr stabil sind." Stabiler, davon ist er überzeugt, als im Hinspiel.