Eine knappe halbe Stunde bei Werder Bremens 6:0 gegen den FC Verden 04 am 12. Juli, nicht ganz 25 Minuten beim 3:1 bei Kickers Emden am vergangenen Samstag: Das ist Dawid Kownackis Praxis-Bilanz in dieser Vorbereitung - und das ist Stefan Leitl "deutlich zu wenig". Also wird der Hertha-Trainer, der seinen neuen Stürmer am Dienstag erstmals im Training zur Verfügung hatte, das einzig Logische tun - und den am Montag per Leihe (mit Kaufpflicht) von Bremen nach Berlin gewechselten Angreifer am Freitagabend ins kalte Wasser werfen.
Dann gastiert Hertha BSC beim schottischen Premiership-Klub FC Motherwell (20 Uhr deutscher Zeit), für die Berliner ist es die Generalprobe für den Zweitligastart auf Schalke am 1. August (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Leitl sagt vor dem Schottland-Trip mit Blick auf Kownacki: "Er muss spielen." Der Neue ist auch fürs Schalke-Spiel ein Kandidat für die Anfangsformation: "Wenn du so einen Spieler holst, ist er grundsätzlich immer eine Option für die Startelf."
„Wenn so ein Spieler auf dem Markt ist, dann musst du dich als Zweitligist mit ihm beschäftigen.“ (Stefan Leitl über Dawid Kownacki)
Hertha stieg zwei Wochen vor Bundesligist Bremen in die Vorbereitung ein. "Deshalb", sagt Leitl über seinen neuen Stürmer, "hat er noch ein bisschen Rückstand. Aber insgesamt macht er einen sehr, sehr guten Eindruck. Jetzt werden wir die nächsten Tage gucken, wie wir ihn ins Training integrieren."
Mit Kownacki, dem in der Vorsaison 13 Tore für Düsseldorf gelangen, hat Hertha den Notstand im Sturmzentrum behoben. "Wenn so ein Spieler auf dem Markt ist, dann musst du dich als Zweitligist mit ihm beschäftigen", sagt Leitl. "Er hat sich klar für uns entschieden, von Beginn an. Ich bin glücklich, dass er da ist. Wir haben jetzt Optionen. Das ist gut, weil wir mit Flo Niederlechner, Derry Scherhant und Smail Prevljak drei Stürmer abgegeben haben."
Rogel zurück im Mannschaftstraining der Profis
Herthas Planungen sind damit noch nicht beendet. Voraussetzung für einen weitere Neuzugang ist allerdings zuvorderst der Abgang von Großverdiener Agustin Rogel. Der uruguayische Innenverteidiger, der in der abgelaufenen Saison an den brasilianischen Erstligisten Internacional Porto Alegre verliehen war, kehrte Anfang Juli aus Südamerika zurück. Wegen seines Fitnessrückstandes war er im Trainingslager in Kitzbühel nicht dabei, sondern hielt sich bei der U 23 fit. Am Dienstag kehrte er ins Training der Profis zurück.
Verteidiger-Kollege Linus Gechter pausierte wegen einer Erkältung. Paul Seguin und Kennet Eichhorn (Belastungssteuerung) arbeiteten individuell. Nicht nur für Kownacki, auch für den als Schlüsselspieler von Schalke geholten Seguin wird das Motherwell-Spiel wichtig. In den beiden Trainingslager-Testspielen gegen Bröndby IF (0:1) und bei Austria Wien (2:1) kam der Mittelfeldspieler wegen einer Wadenverletzung nicht zum Einsatz. Ihm geht es wie Kownacki: Er braucht dringend Spielminuten.