Die Aussagen zuletzt waren ziemlich eindeutig, trotzdem können die Fans des VfB Stuttgart wohl erst am späten Abend des 2. Februar zu 100 Prozent sicher sein, dass Jamie Leweling auch wirklich in der restlichen Saison noch das Trikot mit dem roten Brustring trägt. An jenem Montag schließt um 20 Uhr das Winter-Transferfenster der Premier League.
Dabei geben die Verantwortlichen schon jetzt alles, um dem Anhang die Sorgen vor einem Abschied zu nehmen. Vorstandschef Alexander Wehrle hatte unlängst die Frage, ob der vom AFC Bournemouth umworbene Nationalspieler unverkäuflich sei, mit "Ja" beantwortet, und auch Fabian Wohlgemuth klang am Sonntag eindeutig.
"Jamie hat es gesagt: Er will unbedingt bleiben, er will sich für die WM anbieten. Auch unser CEO hat es gesagt. Von mir ganz zu schweigen", erklärte der VfB-Sportvorstand unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Union Berlin bei DAZN. Und auch wenn Treueschwüre im Profifußball nicht immer gehalten werden, "waren diese Aussagen recht interpretationsfrei", so Wohlgemuth. "Das ist recht wasserdicht, dass er bei uns bleibt."
Im Sommer ließ der VfB Nick Woltemade spät noch ziehen, als Newcastle United eine Sockelablöse von 75 Millionen Euro auf den Tisch legte. Doch das seien "zwei unterschiedliche Fälle", betont Wohlgemuth. Auch Wehrle hatte darauf hingewiesen, dass Woltemade damals gehen wollte, Leweling jetzt nicht.
Und "das zeigt auch unsere Entwicklung: dass Vereine, die vielleicht finanzstärker sind als wir, nicht unbedingt eine Verbesserung für die Spieler darstellen müssen", freut sich Wohlgemuth, der Leweling zwar eine "herausragende Form" attestiert, aber gleichzeitig erinnert: "Auch er war im letzten Jahre Leistungsschwankungen unterlegen. Jetzt hoffen wir mal im Sinne des VfB Stuttgart, dass er diese Leistungsstabilität in den nächsten Monaten beibehalten kann."
Prömel? "Verpflichtungen haben wir überhaupt nicht"
Im Sommer dürfte die Causa Leweling spätestens wieder aufflammen. Wird es dann auch zwischen dem VfB und Grischa Prömel konkret? Der gebürtige Stuttgarter ist bei der TSG Hoffenheim nur noch bis Ende Juni vertraglich gebunden, der VfB gehört zu den Interessenten. Bestätigen wollte Wohlgemuth das am Sonntag naturgemäß nicht, als er gefragt wurde, ob der Klub nicht geradezu verpflichtet sei, sich mit dem 31-jährigen Achter zu beschäftigen.
"Verpflichtungen haben wir überhaupt nicht, in erster Linie geht es darum, den VfB starkzumachen", entgegnete er. "Wir haben im Blick, nicht unbedingt im Saisonrhythmus, sondern die nächsten zwei, drei Jahre besser zu werden. Über kurz oder lang wollen wir uns im ersten Drittel der Liga etablieren. Und da spielen viele gute Spieler eine Rolle."