Rund 400 Wörter umfasste die Pressemitteilung, mit der Eintracht Frankfurt am Sonntag die Trennung von Trainer Dino Toppmöller bekanntgab. Die Worte "Werder" oder "Bremen" waren nicht darunter, gewundert hätte man sich darüber aber nicht. Denn ein Fluch feierte sein schnelles Comeback in der Bundesliga - und er wird langsam unheimlich.
Die Eintracht hatte am Freitagabend im Weserstadion ein spätes 3:3 erkämpft, das aber nicht genügte, um Toppmöller im Amt zu halten. Und so haben die Bremer mal wieder einen Trainer auf dem Gewissen. Vier von sechs Trainerentlassungen in dieser Saison ging ein Spiel gegen Werder voraus. Anders gesagt: Nach fast einem Viertel der 18 SVW-Auftritte wechselte der Gegner anschließend den Coach.
Schon nach dem 2. Spieltag hatte es Erik ten Hag, den Bayer 04 Leverkusen erst im Sommer verpflichtet hatte, nach einem 3:3 in Bremen erwischt. Unmittelbar nach der folgenden Länderspielpause im September triumphierten die Grün-Weißen am 3. Spieltag mit 4:0 bei Borussia Mönchengladbach - das Aus für Fohlen-Coach Gerardo Seoane.
Nur Wagner und Henriksen tanzen aus der Reihe
Das nächste "Opfer": Paul Simonis musste nach der ganz späten 1:2-Niederlage in Bremen am 10. Spieltag seinen Posten beim VfL Wolfsburg räumen. Damit hatte auch die dritte Trainerentlassung dieser Spielzeit das bekannte Muster. Diese 100-Prozent-Quote ließ sich nach dem 12. Spieltag nicht mehr halten, als der FC Augsburg Sandro Wagner nach einem 0:3 bei der TSG Hoffenheim freistellte und der 1. FSV Mainz 05 Bo Henriksen nach einem 0:4 beim SC Freiburg.
Doch jetzt schlug Werder - obwohl selbst seit sieben Ligaspielen ohne Sieg - zum vierten Mal zu, und das Zittern von Horst Steffens Kollegen muss erst einmal weitergehen. Auch wenn die nächsten Gegner nichts zu befürchten haben sollten. Unter anderem stehen die "Rückspiele" gegen Leverkusen und Gladbach an, dazu Heimduelle mit der formstarken TSG Hoffenheim - und dem unangefochtenen FC Bayern.