Fünf Tore in zwei Spielen - Ivan Prtajin kommt beim 1. FC Kaiserslautern ins Rollen. Der kroatische Stürmer trumpfte sowohl gegen Fürth (3:0) als auch gegen Münster (4:1) mit seiner Physis, Abschluss- und Kopfballstärke auf. Qualitäten, die in Kaiserslautern gerne mal Erinnerungen an einen Stürmer wecken, der auf dem Betzenberg Anfang der 2000er den Durchbruch schaffte und später eine Weltkarriere, unter anderem mit WM-Titel, hinlegte: Miroslav Klose. Also wurde Lieberknecht nach dem Spiel auf den heutigen Trainer des 1. FC Nürnberg angesprochen, nämlich ob er Parallelen erkenne und was man sich denn vom - verglichen mit Klose damals deutlich älteren - Prtajin noch erwarten könne.
"Auf jeden Fall kein Salto. Das kann er definitiv nicht", antwortete Kaiserslauterns Cheftrainer mit einem Augenzwinkern auf die entsprechende Nachfrage nach dem 4:1 gegen Münster, dem dritten Sieg in Folge. "Das ist schon echt ein hoher Vergleich."
„Jetzt merkst du einfach, dass ein Stürmer, der fast eine Saison lang nicht gespielt hat, wieder sein Gefühl findet.“ (Torsten Lieberknecht über Ivan Prtajin)
Unbestritten allerdings ist Prtajins Aufschwung eng verbunden mit dem seines Teams. Schmerzlich vermisst wurde der 29-Jährige als Wand- und Abschlussspieler nach seinem Debüt am 1. Spieltag, Wadenprobleme bremsten ihn aus. Aber nicht nur. Fast ein Jahr lang war dem Angreifer schließlich Spielpraxis bei Union Berlin verwehrt worden.
Lediglich zusammengenommen fünf Kurzeinsätze absolvierte er in Dezember und Februar. Entsprechend war eine gewisse Anlaufzeit vonnöten. "Er war bereit, im Training und in den Wochen, in denen wir zusammenarbeiten, in seinen Rhythmus zu finden", beschrieb Lieberknecht den Trainingseifer seines Schützlings, der dann eben verletzungsbedingt ausgebremst wurde.
"Er wurde kurz unterbrochen. Das hat uns wehgetan - ihm auch", erklärte der 52-Jährige. "Jetzt merkst du einfach, dass ein Stürmer, der fast eine Saison lang nicht gespielt hat, wieder sein Gefühl findet: im Sechzehner Flanken richtig einzuschätzen, sich sauber abzusetzen und zu wissen, wo ungefähr die Flanke hinkommt. Das ist ein Gefühl, das ein Stürmer braucht. Und das holt er sich durch Rhythmus, aber vor allem auch durch seine professionelle Arbeit in der Trainingswoche." Nicht nur die Torgefahr Prtajins hob Lieberknecht dabei aber hervor: "Heute war er gemeinsam mit Faride (Alidou, Anm. d. Red) wirklich bereit, vorne schon in erster Linie zu stressen", lobte er die Arbeit gegen den Ball beim Sieg gegen die Preußen.
Beides, Torgefährlichkeit und stringentes Anlaufen, dürfte sich Lieberknecht dann auch am kommenden Samstag (13 Uhr) erhoffen, wenn sein Team in Paderborn antritt.