Für den 1. FC Kaiserslautern steht am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) das letzte Auswärtsspiel in diesem Kalenderjahr an. Nach der darauffolgenden Heimpartie gegen Magdeburg auf dem Betzenberg verabschieden sich die Roten Teufel in die Winterpause. Auf ein Trainingslager in südlichen Gefilden wird der FCK verzichten, die Vorbereitung auf die Rückrunde stattdessen in der Pfalz aufnehmen. Ob Chefcoach Torsten Lieberknecht dann seinen Kader in unveränderter Form begrüßen wird, ist noch offen. Wintertransfers schließt der gebürtige Pfälzer in jedem Fall nicht aus - wobei sich vor allem bei den Abgängen etwas tun könnte.
"Ich glaube, der ein oder andere Spieler merkt mittlerweile - auch weil aus dem Nachwuchs neue Spieler nachrücken -, dass man sich vielleicht Gedanken über die eigene Situation machen sollte", erklärte er im Vorfeld der Bielefeld-Partie. Gleichzeitig stellt Lieberknecht klar: "Es wird niemand fortgejagt, aber jeder einzelne muss für sich entscheiden: 'Ok, macht das Sinn?' Vielleicht wäre es dann auch nötig, woanders zu mehr Spielpraxis zu kommen. Aber das muss der Spieler eben auch selbst fühlen."
Wenn Stammspieler ausfallen, wird es eng
Die zweite Reihe der Pfälzer konnte bislang nur in Teilen beweisen, den Ansprüchen auf dem Betzenberg gerecht zu werden, was sich zuletzt schmerzhaft nach Ausfällen mehrerer Stammkräfte zeigte. Lieberknecht hatte zwar in der Vergangenheit immer wieder die Bedeutung jedes einzelnen Spielers und Trainingsleistungen hervorgehoben. Doch während die erste Elf Format für die Spitzengruppe in der 2. Liga hat, steckte der FCK Ausfälle quer durch alle Positionen nur bedingt weg.
Deshalb sind auch Neubesetzungen oder Neuzugänge nicht ausgeschlossen. Insbesondere auf der rechten Schiene, wo der als Stammkraft eingeplante Simon Asta noch länger mit den Folgen eines Kreuzband-Teilrisses kämpft und Transfer-Volltreffer Paul Joly von einer Zerrung geplagt wird. Auch in der Dreierkette, die Lieberknecht immer wieder positionsfremd und auch zu Lasten anderer Mannschaftsteile besetzen musste, besteht Bedarf. Offen allerdings, ob sich auf dem Winter-Transfermarkt echte Soforthilfen ergeben. "Auf der anderen Seite halten wir Augen und Ohren - das hört sich jetzt immer so abgedroschen an - aber wirklich offen, um vielleicht das eine oder andere Puzzlestück eben noch zu bekommen", so Lieberknecht und meint damit Positionen, auf denen wir "was nachlegen können, wollen oder müssen".
Dass sich in der zentralen Verteidigung zuletzt Engpässe ergeben hat, lag auch an Sommer-Neuzugang Ji-Soo Kim. Der Südkoreaner konnte bislang die großen in ihn gesetzten und geschürten Erwartungen nicht erfüllen (kicker-Note 3,81) und hat seit Anfang Oktober kein Spiel mehr über 90 Minuten bestritten. Lediglich beim 3:2-Derbysieg in Karlsruhe (nach 56 Minuten ausgewechselt) und beim 1:1 in Düsseldorf (nach 79 Minuten eingewechselt), kam er noch zum Einsatz.
Dass der 20-Jährige wegen seiner muskulären Problemen in diesem Jahr nicht mehr für den FCK auf dem Platz stehen wird, verhindert der FC Brentford, von dem der Innenverteidiger ausgeliehen ist. Der Premier-League-Klub habe dem FCK mitgeteilt, "dass er erst ab dem neuen Jahr wieder zur Verfügung steht", so Lieberknecht. Geben die Engländer ihm dann grünes Licht, dürfte Kim perspektivisch wieder schnell auf dem Platz stehen ("Sie haben da die Hand drauf"). Gleiches gilt für andere Rekonvaleszenten wie Ivan Prtajin, Mahir Emreli, der einen Teil seiner Reha auch aus privaten Gründen aktuell in Aserbaidschan absolviert, und Kenny Prince Redondo, der aber wohl noch etwas Anlauf für seine Pflichtspiel-Rückkehr braucht.