Beirat schlug eine Absprache vor
In den zurückliegenden Tagen sind mehrere Anträge beim Ehrenrat des Hamburger SV mit der Forderung eingegangen, die Entscheidung des Beirats aufzuheben und die abgelehnten Kandidaten zuzulassen. Der Grund sei ein Satzungsfehler. Seinen Besuch in der letzten Sendung des "Sportclubs" im NDR nach 51 Jahren nutzte Magath als "Rekordgast", um die Dinge aus seiner Sicht zu schildern.
Magath sollte seinen Rückzug von der Kandidatur erklären
Den Anruf von Beiratsmitglied Patrick Ehlers, verrät der Europapokal-Held von 1983, habe er am Montag nach dem 6:1 des HSV gegen den SSV Ulm erhalten und erklärte: "Ich war baff und erstaunt, wusste nicht so richtig, was ich damit anfangen soll. Er hat dann Erklärungen geliefert, wobei ich es nicht als Erklärungen bezeichnen würde." Ehlers habe ihm zudem eine Absprache vorgeschlagen, dass der Beirat mit der Entscheidung nicht an die Öffentlichkeit gehen würde und stattdessen Magath selbst seinen Rückzug von der Kandidatur erklären könnte. Er lehnte ab: "Das ist nicht so meine Welt, etwas anders darzustellen als es eigentlich ist."
Der Hauptgrund des Beirats für die Ablehnung der Kandidatur zur Wahl am 21. Juni war der entstandene Eindruck, Magath, der im Jahr zuvor Sportvorstand werden wollte, ginge es in erster Linie darum, über das Präsidentenamt und den damit verbundenen Sitz im Aufsichtsrat Einfluss auf den Profifußball nehmen zu wollen.
Er erwidert: "Ich habe der Schachabteilung schon früher Computer besorgt, damit sie besser trainieren können. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Inzwischen schaue ich mir lieber Handball als Fußball an. Ich bin Marathon gelaufen, habe einen Jedermann-Zehnkampf gemacht. Warum ich in der Pflicht bin, so etwas zu begründen, ist ein Witz. In meiner Karriere wurde mir schon einiges vorgeworfen, aber das, was der Beirat mir jetzt als Argument gegebenen hat - auf die Idee ist noch keiner gekommen. Damit kann ich nichts anfangen."
„Wenn der HSV sagt, er habe Bessere, habe ich damit kein Problem.“ (Felix Magath)
Magath erzählte, dass er beim Treffen mit dem Beirat versichern sollte, dass er nicht einen Weg wie Bernd Hoffmann anstrebe, der sich 2018 zunächst zum Präsidenten des e.V. wählen lassen hatte und über das Aufsichtsratsmandat zügig wieder in den Vorstand eingezogen ist. "Ich habe versprochen, das nicht zu tun." Dass er dennoch abgelehnt wurde, quittiert er mit einem "Schulterzucken" und bilanziert: "Wenn der HSV sagt, er habe Bessere, habe ich damit kein Problem."
Zur Wahl als Nachfolger von Noch-Präsident Marcell Jansen stehen nun Unternehmer Frank Ockens, der frühere Ultra Henrik Köncke sowie Beirats- und Ehrenratsmitglied Kai Esselsgroth.