Neue Saison, alte Probleme bei Energie Cottbus: "Dieses Spiel darf nur einen Sieger haben", bilanzierte ein sichtlich angefressener Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem dramatischen 3:3 gegen den 1. FC Saarbrücken am MagentaSport-Mikrofon. Über weite Strecken hatten die Lausitzer zum Auftakt in die neue Spielzeit einen mitreißenden Auftritt gezeigt - dennoch stand letztendlich nur ein Punkt auf der Habenseite. Ein Kernproblem hierfür war dabei schnell gefunden: "Wir kriegen schon seit Monaten aus dem Nichts Gegentore", ärgerte sich der 60-Jährige.
Zuvor hatte seine Mannschaft ihm in der sechsten Minute der Nachspielzeit den nächsten Anschauungsunterricht geliefert: Zuerst hatte Janis Juckel den Ball nicht geklärt bekommen, anschließend Keeper Elias Bethke eine Flanke genau vor die Füße von Florian Pick verlängert. Und zu allem Überfluss sollte es schließlich Innenverteidiger Tim Campulka sein, der den verrutschten Versuch unglücklich über die Linie beförderte - eine Sequenz, die mangelnde Konsequenz vor dem eigenen als auch vor dem gegnerischen Tor versinnbildlichte.
Nur dreimal wurden die Saarländer über die 90 Minuten gefährlich - und dreimal durfte gejubelt werden, während es Wollitz' Mannschaft mehrmals verpasste, selbst die hochkarätigen Torchancen zu verwerten. "Wir müssen bereits in der ersten Halbzeit den Sack zu machen", musste da auch Energie-Trainer zugeben.
Lichtblicke Butler und Guwara
Unter anderem Neuzugang Justin Butler war hierbei in der Protagonisten-Rolle. Der Ex-Sandhäuser hatte ein auffälliges Debüt gefeiert und die 3:1-Führung vorbereitet, im Abschluss allerdings noch Luft nach oben offenbart. Im ersten Durchgang hatte der Neuzugang erst frei aus elf Metern knapp neben das Tor geschossen (17.), ehe er bei seiner zweiten Großchance mit einem zentralen Abschluss am Torhüter scheiterte (38.).
Einen Vorwurf wollte sein Trainer dem Neuzugang dennoch nicht machen. Vielmehr sei es wichtig, "ihn mitzunehmen und viel mit ihm zu kommunizieren. Damit er die Sicherheit hat, die er braucht für sein Spiel". Insbesondere dessen Dynamik und Kopfballspiel könnten dann in den nächsten Wochen noch besser zum Tragen kommen.
Nicht das einzige Positive, das der Trainer aus dem Spiel ziehen konnte, auch Leon Guwara hat ein sehr gelungenes Debüt inklusive Torvorlage gefeiert. So deutete der Linksverteidiger an, die Lücke von Niko Bretschneider, der sich bei seiner schnellen Rückkehr ins Stadion der Freundschaft am Oberschenkel verletzt hatte, füllen zu können. Dennoch überwog vorerst die Enttäuschung: "Manchmal verstehe ich den Fußball nicht."
Bereits am kommenden Freitag (19 Uhr) sind die Lausitzer zum Auftakt des zweiten Spieltags bei Aufsteiger FC Schweinfurt gefordert.