Reher vor Karriereende
Nach dem 2:0-Erfolg im Berliner Landespokalfinale gegen Eintracht Mahlsdorf startete Regionalligist BFC Dynamo einen Feiermarathon - erst im Mommsenstadion, ehe der Abend im heimischen Sportforum ausklang oder für einige Spieler sogar noch weiter ging. Mit Abpfiff des Endspiels "haben die Spieler Sommerpause", sagte BFC-Trainer Dennis Kutrieb. "Beim Trainer ist das nicht der Fall. Es geht jetzt an die Arbeit für die letzten Neuverpflichtungen."
Denn schon seit einigen Monaten steht fest, dass es im Kader der Berliner zur neuen Saison zu einem Umbruch kommen wird. Dazu sagte Enis Alushi, Geschäftsführer Sport beim BFC: "Die Mannschaft wird schon ein neues Gesicht haben." Bereits offiziell sind die Abgänge von Kevin Lankford (FC Carl Zeiss Jena), McMoordy King Hüther, Steffen Eder (beide Greifswalder FC) und Tobias Stockinger (Chemnitzer FC).
Karriereende bei Reher?
Weitere Akteure dürften ihre Zukunft zudem ebenso nicht mehr im weinrot-weißen Trikot sehen. Darunter zählt nach kicker-Information auch BFC-Kapitän Chris Reher. Das Karriereende steht im Raum.
„Es gibt nur zwei Optionen. Also entweder hänge ich die Schuhe an den Nagel oder spiele hier weiter.“ (Chris Reher)
Der Rekordspieler der Regionalliga Nordost, der auf insgesamt 306 Partien für Budissa Bautzen, Viktoria Berlin und den BFC kommt, erklärt gegenüber dem kicker: "Ich habe schon vor ein paar Jahren mal gesagt, dass der BFC der einzige Klub ist, für den ich noch Fußballspiele. Es gibt nur zwei Optionen. Also entweder hänge ich die Schuhe an den Nagel oder spiele hier weiter." Noch gab es jedoch keinen Vollzug, Reher kündigt aber eine zeitnahe Mitteilung des Vereins über seine Zukunft an.
Mit dem 31-Jährigen, der seit 2018 und somit nach Keeper Kevin Sommer (seit 2017) am zweitlängsten im Verein ist, würde der BFC einen "vorbildlichen Spieler, der immer an sein Leistungslimit ging" verlieren, meint Kutrieb. Dieser kann dagegen weiter auf Stürmer Rufat Dadashov setzen. Der 33-Jährige hat unlängst seinen Kontrakt um zwei weitere Jahre verlängert und dürfte dann in einem verjüngten BFC-Kader als Routinier vorangehen. Als erster Neuzugang präsentierte der Berliner Klub bereits Levin Mattmüller. Der 21 Jahre alte Defensiv-Allrounder kommt von Ligakonkurrent FSV Luckenwalde.
Pokalsieg tröstet über schwache Saison hinweg
Für Kutrieb war der für den BFC insgesamt achte Erfolg im Berliner Landespokal nach der Wendezeit "ein versöhnlicher Abschluss der Saison", wie er erklärt. "Damit kann ich gut leben. Wir haben eine überragende Pokalsaison gespielt." Mit einem Torverhältnis von 63:2 nach sieben Partien wurde der K.o.-Wettbewerb mit dem Titel gekrönt.
Doch mit Platz 8 in der Regionalliga und am Ende 27 Zähler Rückstand auf Meister Lok Leipzig "bin ich nicht zufrieden", sagt der 45-Jährige. Dies ist für den einstigen DDR-Rekordmeister immerhin die schlechteste Platzierung seit der Saison 2018/19. Daran will Kutrieb in der neuen Spielzeit arbeiten, die für den BFC mit dem Start der Vorbereitung in der zweiten Junihälfte beginnt.
Stadionfrage im DFB-Pokal
Die neue Serie geht dann am Wochenende des 25. bis 27. Juli los. Zudem hat der BFC das Highlightspiel im DFB-Pokal vor Augen. Dieses wird laut DFB-Rahmenkalender vom 15. bis 18. August 2025 ausgetragen. Dabei dürfte auch vom BFC-Gegner abhängen, ob die Partie im heimischen Sportforum ausgetragen werden kann. Beim letzten Auftritt im nationalen Pokalwettbewerb im August 2021 war dies der Fall und beim 0:6 gegen den VfB Stuttgart waren 3.500 Zuschauer im Sportforum dabei. "Da müssen wir einfach mal abwarten", sagt Kutrieb. Die Auslosung des DFB-Pokals findet am 15. Juni statt.