Erste Entscheidungen nach Analyse
Durch zwei unerwartete Siege gegen die Aufstiegsanwärter Cottbus (4:2) und Dresden (1:0) hat sich Waldhof Mannheim am Ende über dem Strich gehalten und den Abstieg in die Regionalliga vermieden. Eine Saison, in der die Kurpfälzer eigentlich ganz andere Ziele verfolgen wollten, endete damit abermals kurz vor dem Worstcase.
Es folgte eine Analyse, aus der nun wiederum erste Entscheidungen hervorgegangen sind: Die auslaufenden Verträge von Martin Kobylanski, Omer Hanin, Adrian Fein und Kelvin Arase werden nicht verlängert.
Vor allem bei Kobylanski kommt die Entscheidung nicht unerwartet. Der 31-Jährige war im Winter 2024 von Marco Antwerpen an Rhein und Neckar geholt worden, bestritt insgesamt 35 Pflichtspiele für Mannheim, war aber in der abgelaufenen Rückrunde kaum noch gefragt. Lediglich dreimal kam er noch zum Einsatz, wurde seit dem 23. Spieltag nur noch zweimal überhaupt in den Kader berufen. Ersatztorhüter Hanin (27), der immerhin die ersten vier Saisonspiele im Tor stand, gehörte die letzten drei Saisonspiele ebenfalls nicht mehr zum Kader und muss sich nun umorientieren.
Mittelfeldlenker Fein (26), einst als großes Talent beim FC Bayern gehandelt und später in Diensten der PSV Eindhoven und des Hamburger SV, verlässt den Verein nach nur einem Jahr und 21 Einsätzen. Sogar 28-mal kam Offensivmann Arase (26) zum Zuge (zwei Tore), doch auch der Österreicher wird sich nach zwei Jahren in Mannheim einen neuen Arbeitgeber suchen müssen.
Leih-Trio geht ebenfalls
Die Leihspieler Manuel Braun (VfL Wolfsburg), Henning Matriciani (Schalke 04) und André Becker (Arminia Bielefeld) verlassen den Klub ebenfalls. Die Leihe von Linksverteidiger Braun (20) erwies sich für beide Seiten als große Enttäuschung (drei Einsätze). Rechtsverteidiger Matriciani (25) dagegen war Stammkraft, absolvierte 33 Spiele und stand dabei nur einmal nicht in der Startelf. Gleiches gilt für den brasilianischen Angreifer Becker (28), der im Winter von Bielefeld kam und durch fünf Saisontore in seinen ersten sieben Einsätzen auffiel.
"Ich möchte mich bei den Spielern, die den Verein nach dieser Saison verlassen werden, für ihren Einsatz im blau-schwarzen Trikot bedanken. Entscheidungen zur Kaderzusammenstellung sind nie einfach. Dennoch haben wir uns in den vergangenen Wochen ein gutes Bild von der Gesamtstruktur des Kaders gemacht und daraus unsere Schlüsse gezogen", wird Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber in einer Mitteilung zitiert.
Offen ist weiterhin, ob die Mannheimer mit Cheftrainer Dominik Glawogger weitermachen können. Der Österreicher steht eigentlich bei Jahn Regensburg im Wort, soll dort die U 19 trainieren und hielt sich unmittelbar nach dem Saisonende bedeckt. Spekuliert wurde, ob der 35-Jährige womöglich auch kurzerhand zum Cheftrainer beim Jahn gemacht wird. Diese Option ist allerdings vom Tisch, da der SSV für den Neuanfang in der 3. Liga am Freitag Michael Wimmer als neuen Coach präsentierte. Ob damit die Chancen für ein festes weiteres Engagement beim SV Waldhof gestiegen sind, ist noch unklar.