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Michel: "Das muss ich gar nicht weiter kommentieren"

kicker

2024 wurde Fabienne Michel erstmals zur DFB-Schiedsrichterin des Jahres gekürt. "Mit der Wertschätzung im Rücken werde ich in die nächste Saison starten und versuchen, die Welle weiterzureiten", hatte die Unparteiische damals erklärt, die damals schon bei den Männern in der 3. Liga erste Spuren hinterlassen hatte.

Doch unbeschadet kam Michel nicht durch die Saison 2024/25. In ihrem 22. Drittliga-Spiel ihrer Karriere wurde beim 3:0-Sieg des SC Verl gegen Rot-Weiss Essen von Essener Fans sexistische Gesänge gegenüber der Schiedsrichterin angestimmt. Der DFB-Kontrollausschuss hatte Ermittlungen eingeleitet, die Vereinsführung von RWE sich in einer Stellungnahme "ausdrücklich entschuldigt". Eine Diskussion über Sexismus im Fußball war da schon längst im Gange.

"Die Dinge, die gesagt wurden, auch in der Intensität, die stehen für sich. Das muss ich gar nicht weiter kommentieren", erklärte Michel nun in der 5. Folge der 2. Staffel der NDR-Dokuserie "UNPARTEIISCH - Deutschlands Elite-Schiedsrichter" und glaubt, "dass solche Vorfälle helfen können, andere Menschen dafür zu sensibilisieren. Damit meine ich alle. Ich sehe auch ein Stück weit alle in der Verantwortung. Also gar nicht nur diejenigen, die solche Dinge rufen, sondern auch andere Menschen, die im Stadion sind, die so was hören."

"Was ich auf jeden Fall fürs nächste Mal weiß, ist, dass ich von außen Rückhalt habe"

Und Michel, als einzige DFB-Schiedsrichterin aktuell in den drei Profi-Ligen im Männerfußball unterwegs, durfte sich auch über viel Solidarität freuen. "Was ich auf jeden Fall fürs nächste Mal weiß, ist, dass ich von außen Rückhalt habe. Das wusste ich bis dahin nicht. Man fühlt sich erstmal ganz schön allein, um dann zu merken, hey, es gibt andere Menschen, die auch für die Werte einstehen, die das sehen. Das tut gut."

In dieser Saison kam sie bislang einmal zum Einsatz in der 3. Liga. Michel leitete den Auftakt des VfL Osnabrück vor ausverkaufter Bremer Brücke gegen Alemannia Aachen (0:0).