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Millionen-Modernisierung: Hofs Grüne Au soll "Schmuckkästchen" werden

kicker

2025 war ein turbulentes und in Summe zugleich erfolgreiches Jahr für die SpVgg Bayern Hof. Zunächst sicherte sich der Traditionsverein nach einer bärenstarken Rückrunde den fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen direkten Klassenerhalt in der Bayernliga Nord, anschließend stabilisierte sich die junge Mannschaft auch in der aktuellen Spielzeit.

Der Vater des Erfolgs ist dabei ganz klar Trainer Henrik Schödel, der im Spätherbst 2024 zunächst interimsweise übernommen hatte und anschließend doch länger im Amt blieb. Zum Leidwesen des oberfränkischen Konkurrenten aus Bayreuth: Denn dort hatte der A-Lizenz-Inhaber lange Jahre die Position als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums inne und schulterte beide Aufgaben zunächst parallel.

Ein Aufwand, der für den 57-Jährigen auf Dauer nicht mehr zu leisten war. "Ich habe über ein Jahr lang sieben Tage die Woche Vollgas gegeben. Im Sommer war ich im Urlaub dann für vier Tage auf einer Hütte und nicht erreichbar. Da habe ich erst gemerkt, wie schön es ist, wenn du nicht rund um die Uhr ein Problem nach dem anderen lösen musst", berichtet der Trainer von seiner persönlichen Erkenntnis. "Schweren Herzens" musste Schödel somit eine der beiden Aufgaben abgeben - die Entscheidung fiel pro Trainerdasein: "Es macht mir derzeit einen Tick mehr Spaß, auf dem Platz zu stehen, als nur Organisatorisches zu übernehmen."

„Hätte mir zu Saisonbeginn jemand zum Winter fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz angeboten, hätte ich sofort unterschrieben.“ (Henrik Schödel)

Trotz Spaßfaktor wurde sportliche Aufgaben in Hof jedoch nicht kleiner: Mit Alexander Seidel (SpVgg Bayreuth) und Martial-Didier Ekui (Chemnitzer FC) verließen zwei absolute Leistungsträger den Verein im Sommer in Richtung Regionalliga. Zudem ging der ehemalige Kapitän Nico Schmidt nach einigen Unstimmigkeiten im Herbst ebenso den Weg in die vierte Liga. "Diese Jungs sind auch in der Regionalliga mittlerweile Stammspieler", hebt der Coach die Qualität der Abgänge hervor.

Aufgefüllt wurde der Kader dagegen nur mit jungen Spielern, sodass als Ziel der Klassenerhalt ausgerufen wurde. Doch Hof unter Schödel ist einfach anders - und so standen die Oberfranken nach sieben Spieltagen tatsächlich an der Spitze der Bayernliga. Jene Position hat die SpVgg zwar wieder eingebüßt und steht mittlerweile mit einer ausgeglichenen Bilanz im Mittelfeld der Tabelle, Unzufriedenheit herrscht aber keineswegs: "Hätte mir zu Saisonbeginn jemand zum Winter fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz angeboten, hätte ich sofort unterschrieben."

19 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs

Einzig der Spielplan ist dem Übungsleiter ein Dorn im Auge - mitten in der Saison blieben die Bayern durch drei Auswärtspartien und einem spielfreien Wochenende nämlich fünf Wochen in Folge ohne Heimspiel. "Das ist natürlich ein Krampf und hat uns im Nachgang etwas weh getan", urteilt der 57-Jährige.

Mit zwei Siegen beim Derby in Neudrossenfeld (2:1) zum Abschluss der Auswärtsserie sowie im Anschluss gegen den ATSV Erlangen (2:0) "flackerte unsere Qualität wieder auf", drei sieglose Partien zum Jahresabschluss verhinderten allerdings eine bessere Platzierung. "Das war bitter, weil wir unsere Chancen nicht gemacht haben. Folglich hätten wir auch mehr Punkte holen können, dennoch bin ich sehr zufrieden mit der Platzierung. Unsere Mannschaft ist im Schnitt 21,5 Jahre alt, 19 Spieler kommen aus dem eigenen Nachwuchs - was will man mehr?", fragt Schödel eher rhetorisch.

Umbau der "grünen Au" steht an

Einen Wermutstropfen gibt es im neuen Jahr dennoch: Die Heimspielstätte, die legendäre grüne Au, wird umgebaut. Konkret wird der komplette Kabinentrakt abgerissen, die Hochtribüne bleibt dagegen. "So wird der Charme der grünen Au erhalten. Insgesamt werden über sechs Millionen Euro investiert, sodass wir am Ende ein echtes Schmuckkästchen haben", freut sich der Trainer auf das Endresultat.

Bis es jedoch so weit ist, müsse man für "eineinhalb oder zwei Jahre in den sauren Apfel beißen". Immerhin ist ein Umzug der Hofer nicht erforderlich. Die Heimspiele können vorerst weiterhin in der gewohnten Umgebung ausgetragen werden - umgezogen werden muss sich in dieser Phase in Containern.

"Vielleicht können wir mal sechs Wochen nicht ins Stadion - je nach Baufortschritt. Aber wir nehmen es wie es kommt und freuen uns auf das Neue. Im Herbst 2027 soll der Umbau dann fertig sein, wobei ich von 2028 ausgehe. So wie man das von Bauvorhaben kennt", schmunzelt der Coach und verabschiedet sich bereits vorab von schnellen Fortschritten. Die gibt es somit wohl weiterhin ausschließlich bei seiner Mannschaft zu bestaunen - und das ist für einen Fußballverein ohnehin die Hauptsache.