"Win-Win-Situation"
In seiner ersten Saison im Herrenbereich wurde Lukas Michelbrink vom Verletzungspech zurückgeworfen. Der 20-Jährige hatte im Juni 2024 gerade einen Vertrag bei Hertha BSC unterschrieben, als er sich eine schwere Schulterverletzung zuzog, die ihn für mehrere Monate außer Gefecht setzte.
Zwar konnte der Deutsch-Litauer anschließend ins Training der zweiten wie ersten Mannschaft zurückkehren, doch neben 23 Einsätzen in der Regionalliga Nordost sowie vier Torvorlagen kamen noch keine Spielminuten in der 2. Bundesliga hinzu. Eine Leihe soll dem 20-Jährigen nun helfen, sich für die Profis der Berliner zu empfehlen. Am Montag sicherte sich Energie Cottbus die Dienste von Michelbrink für ein Jahr ohne Kaufoption.
Claus-Dieter Wollitz, Trainer der Lausitzer, zeigte sich begeistert über den Neuzugang und hob in der Vereinsmitteilung die "Unbekümmertheit" sowie die "fußballerische Qualität" des defensiven Mittelfeldspielers hervor. "Er hat in der Regionalliga Nordost eine sehr gute Saison gespielt, wurde nicht zuletzt deshalb auch schon in den Zweitligakader berufen und durfte bei den Profis mittrainieren", so der 59-Jährige.
Michelbrink durchlief vor seinem Profivertrag die Jugend der Berliner, denen er seit 2017 angehörte. In der abgelaufenen Saison wurde er von Trainer Stefan Leitl und dessen Vorgänger Cristian Fiel jeweils einmal in den Spieltagskader der Profis berufen, kam jedoch nicht zum Einsatz. Nun folgt der Schritt in die 3. Liga.
"Wir freuen uns, dass auch Hertha BSC davon überzeugt ist, dass der Schritt zu uns für beide Vereine und vor allem für Lukas selbst ein guter Weg ist, um Erfahrungen im Profifußball zu sammeln und sich weiterzuentwickeln", fügte Maniyel Nergiz an. Der Kaderplaner von Energie sieht in dem Wechsel eine "Win-Win-Situation" für alle Seiten.
Michelbrink wie Eitschberger?
Benjamin Weber, Sportdirektor der Blau-Weißen, teilt diese Meinung: "Wir haben in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Leihen in die 3. Liga gemacht. Für Lukas ergibt sich nun die besondere Gelegenheit, in der Nähe zu bleiben und trotzdem wichtige Erfahrungen in der 3. Liga zu sammeln."
Ein Positivbeispiel ist dabei Julian Eitschberger, der in der vergangenen Saison als Rechtsverteidiger auf Leihbasis bei Rot-Weiss Essen zum Einsatz kam. Der 21-Jährige kehrt mit sieben Scorerpunkten in 33 Spielen sowie einem Platz in der kicker-Elf der Saison nun nach Berlin zurück.