Nach Abschied 2024
In der italienischen Presse war schon seit mehreren Wochen von einem Trainerwechsel bei Lazio Rom die Rede. Diese Berichte erhärtete Angelo Fabiani am Freitag im Gespräch mit der Tageszeitung Il Messaggero. Dort erklärte der Sportdirektor der Adler, dass der bisherige Lazio-Trainer Marco Baroni aus "persönlichen Gründen" sein Amt niedergelegt habe. Die offizielle Verabschiedung seitens des Vereins folgte dann am Montag.
Sportlich lief es für die Biancocelesti unter Baroni am Ende der Saison gar nicht rund: Neben dem Aus im Viertelfinale der Europa League gegen Außenseiter FK Bodö/Glimt (0:2, 2:3 i. E.) verpassten die Römer am letzten Spieltag gegen US Lecce (0:1) den Einzug ins internationale Geschäft denkbar knapp und mussten sich mit dem 7. Rang zufriedengeben.
In den finalen Wochen vorher wäre unter Umständen sogar die Teilnahme an der Champions League möglich gewesen, so aber folgte eben der komplette Absturz raus aus Europa.
Entsprechend standen die Zeichen nach dem finalen 38. Spieltag und der bitteren Pleite gegen Lecce auf Abschied, nun folgte auch prompt die Vorstellung des offiziellen Nachfolgers. Maurizio Sarri wird ab der Saison 25/26 einen neuen Anlauf im europäischen Geschäft mit Lazio starten. Dies bestätigte der Hauptstadtklub am Montag auf seiner Website.
„Mit ihm wollen wir einen Weg fortsetzen, der viel zu früh unterbrochen wurde.“ (Lazio-Präsident Claudio Lotito über Rückkehrer Maurizio Sarri)
"Maurizio Sarri ist zurück in seiner Heimat", wird Vereinspräsident Claudio Lotito in der Mitteilung zitiert. "Seine Rückkehr ist eine Herzensentscheidung und eine aus Überzeugung sowie mit einer klaren Vision. Mit ihm wollen wir einen Weg fortsetzen, der viel zu früh unterbrochen wurde - im Bewusstsein, dass wir gemeinsam Begeisterung, Identität und Ehrgeiz zurückbringen können. Willkommen zurück in Ihrer Heimat, Comandante!"
Laut der Gazzetta dello Sport soll der Italiener einen Vertrag bis 30. Juni 2027 unterschrieben haben, der sich bei Erreichen bestimmter Leistungsziele automatisch um ein zusätzliches Jahr verlängert. Sein Jahresgehalt soll 2,5 Millionen Euro betragen, hinzu kommen könnten Boni im Falle der Qualifikation für die Europa League oder die Champions League.
Vizemeisterschaft 2022/23
Für den 66-Jährigen ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte: Von 2021 bis Frühjahr 2024, was demzufolge noch gar nicht allzu lange her ist, stand er bereits im Stadio Olimpico an der Seitenlinie. Nach dem 28. Spieltag in der Saison 2023/24 trat Sarri jedoch zurück. Zu diesem Zeitpunkt wies Lazio eine Niederlagenserie von drei Partien in Folge auf und stand mit dem 9. Rang außerhalb des europäischen Geschäfts.
In der Saison 2022/23 hatte Sarri mit den Biancocelesti überraschend die Vizemeisterschaft erreicht und damit den Einzug in die Champions League gesichert. In der Königsklasse selbst schieden die Römer in der Saison 2023/24 im Achtelfinale nach einem 1:0-Hinspielerfolg gegen den FC Bayern München mit einer 0:3-Niederlage in der Allianz-Arena aus.
Die Teilnahme an der Königsklasse stellte dabei allemal einen Erfolg dar und dient als Grundlage für die Ziele der kommenden Saison 2025/26. Das Arbeitspapier des neuen Lazio-Trainers, der als taktisches Genie gilt und schon große Klubs wie Napoli, Chelsea oder Juventus betreut hat, soll entsprechend leistungsgebunden sein.
Ganz nebenbei ist Sarri nicht der einzige Rückkehrer nach der jüngsten Serie-A-Saison. So hat Milan - ebenfalls komplett ohne europäische Qualifikation geblieben - zuletzt wie erwartet Sergio Conceicao entlassen und den früheren Erfolgsmann Massimiliano "Max" Allegri verpflichtet.