Neuer Trainer - gutes Omen
Was die Spatzen seit Tagen immer lauter von den Dächern pfiffen, ist seit Montag fix: Peter Stöger wird zur Saison 2025/26 der neue Cheftrainer des SK Rapid. Offiziell vorgestellt wird der 59-Jährige am kommenden Montag im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der wohl vor allem ein Thema im Vordergrund stehen wird: seine erfolgreiche Vergangenheit bei Austria Wien.
Dass Stöger als Spieler sowohl mit Rapid als auch mit der Austria große Erfolge feierte, sollte man im Westen der Hauptstadt als gutes Omen werten. Denn mit Peter Pacult (2008) und Josef Hickersberger (2005) waren die letzten zwei Rapid-Meistertrainer ebenfalls Ex-Violette.
Pacult ließ seine lange Stürmerkarriere in der Saison 1995/96 bei der Austria ausklingen, nachdem er von 1984 bis 1986 für Rapid auf Torejagd gegangen war und mit den Grün-Weißen unter anderem ins Europacupfinale der Cupsieger 1985 eingezogen war. Rapids Meistertitel 2008 durfte sich Pacult als Cheftrainer auf die Fahnen schreiben. Nach seiner Entlassung bei Austria Klagenfurt vor wenigen Wochen war von einigen Fangruppen sogar die Rückkehr des 65-Jährigen nach Hütteldorf gefordert worden.
Hickersberger war sowohl als Spieler als auch als Trainer bei beiden großen Traditionsklubs tätig, was ihn diesbezüglich einzigartig macht. Zweimal hintereinander holte Hicke Ende der 1960er-Jahre mit den Violetten en Meistertitel (1969 und 1970). Anfang der 1980er-Jahre wurde der offensive Mittelfeldspieler noch einmal mit Rapid Meister (1982).
Als Trainer verbrachte Österreichs WM-Teamchef 1990 nur eine Saison am Verteilerkreis (1993/94), wurde dabei aber gleich ÖFB-Cupsieger und Supercup-Sieger. Im Sommer 2002 startete Hickersberger dann als Rapid-Cheftrainer und führte die Grün-Weißen schließlich zur Meisterschaft 2005 und dann noch in die Champions League.
Stöger mit grünen und violetten Meisterehren
Für Hickersberger und Pacult galt genauso, was jetzt für Stöger gilt: Ganz unkompliziert ist es nicht, mit einer violetten Vergangenheit zu Rapid zu kommen. Zumal sich Stöger in den vergangenen Jahren klar als Violetter deklarierte. Als Spieler hat er es aber bereits bravourös geschafft, sich auch in die Herzen der Skeptiker auf den Rapid-Tribünen zu spielen. Denn nach seinen drei Austria-Meistertiteln in Serie zwischen 1991 und 1993 holte der Mittelfeldmann auch mit Rapid unter Coach Ernst Dokupil den Meisterteller (1996) und spielte sich in dieser Saison auch bis ins Europacup-Finale der Cupsieger, das gegen Paris Saint-Germain knapp verloren ging.
Stögers Meilensteine als Trainer sprechen ohnehin Bände: Die Austria führte er als Headcoach zu ihrem bis dato letzten Meistertitel 2013. Davor hatte er schon in der Saison 2005/06 den Bundesliga-Meisterteller im Trainer-Duett mit Frenkie Schinkels nach Wien-Favoriten geholt. Von 2013 bis 2017 war Stöger außerordentlich erfolgreich beim 1. FC Köln in der Deutschen Bundesliga tätig. Von Dezember 2017 bis Sommer 2018 übertrug ihm dann sogar Borussia Dortmund das Traineramt, was die bisher höchste und wohl auch lukrativste Anerkennung in Stögers Trainerkarriere darstellt. Vieles spricht dafür, dass der charismatische Ex-Nationalspieler auch als Rapid-Coach Erfolg haben wird. Geduld und Vertrauen seitens der Fans wird es dafür aber auch brauchen.
Dass es mit den Ex-Austrianern als Rapid-Trainer nicht immer so gut ging wie bei Pacult und Hickersberger, darf an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden. Damir Canadi hielt sich nur 17 Spiele auf der Hütteldorfer Kommandobrücke. Goran Djuricin war in seiner Zeit als Coach der Grün-Weißen von April 2017 bis September 2018 auch kein großer Erfolg vergönnt. Beide waren in ihrer aktiven Karriere auch Austria-Spieler.