Am 27. September beim 1:0-Auswärtssieg in Wolfsburg war Kevin Kampl wie schon an den direkt vorangegangenen zwei Spieltagen in der 90. Minute von RB-Coach Ole Werner als später Joker gebracht worden. Es sollten seine letzten Bundesliga-Sekunden sein - und zugleich die letzten seiner langjährigen Laufbahn.
Denn der 35-Jährige gab am Samstagabend nach dem Topspiel zwischen Leipzig und dem FC Bayern das Ende seiner Karriere bekannt. "Für mich ist klar: Das war es für mich mit dem Fußball generell, ich werde nicht mehr weitermachen", sagte Kampl bei Sky. Zuvor hatte er seinen Vertrag bei RB Leipzig nach mehreren Schicksalsschlägen im familiären Bereich vorzeitig zum 31. Januar aufgelöst und zunächst offengelassen, ob er eine weitere Station angehen werde.
"Habe mir eigentlich vorgenommen, nicht so viele Tränen zu vergießen"
Er habe lange nachgedacht, wie es für ihn weitergehen solle. Doch er könne sich inzwischen nicht mehr vorstellen, "irgendwas anderes zu machen". Stattdessen werde er sich im Raum Solingen um seine Familie kümmern, die derzeit um Kampls Bruder trauert. Über die aktive Karriere hinaus wolle er aber im Fußball bleiben, sagte der Mittelfeldspieler, der auf 270 Bundesliga-Spiele und 28 Länderspiele für Slowenien zurückblickt.
Im Sommer 2017 war er aus Leverkusen zu RB Leipzig gewechselt und gilt dort nach achteinhalb Jahren sowie zwei DFB-Pokal-Siegen 2022 und 2023 als Urgestein. Vor dem Anpfiff der Abendpartie wurde er im Stadion verabschiedet und hielt unter Tränen eine Rede. Er sei dankbar dafür, dass die Leipziger Fans ihn immer als einen von ihnen gesehen hätten.
"Das war schon ziemlich emotional. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nicht so viele Tränen zu vergießen", sagte Kampl hinterher bei Sky. Die Verabschiedung sei ihm allerdings wichtig gewesen, "nachdem das alles so abrupt geendet ist. Ich war ja quasi von heute auf morgen weg."