Trotz fehlender Praxis und Wechselgerüchten
Nach seinem Riss der Patellasehne ist ter Stegen erstmals wieder beim DFB, und Julian Nagelsmann lässt an Tag eins in Herzogenaurach nicht die leisesten Zweifel daran aufkommen, dass der frühere Mönchengladbacher für das Final Four der Nations League gesetzt ist. "Marc", sagt der 37-Jährige, "wird die Nummer 1 sein." Diese Entscheidung habe er gemeinsam mit Torwarttrainer Andreas Kronenberg getroffen. "Er hat zwar nach seiner Verletzung noch nicht so viele Spiele gemacht, aber er ist im Training top drauf und außerdem in einem Alter, in dem er nicht mehr so sehr den Rhythmus braucht."
Spanische Medien berichten, Barcelona wolle den Keeper verkaufen
Nagelsmann ist überzeugt, dass ter Stegens Routine entscheidender ist als die Matchpraxis. Erst im Mai hatte er sein Comeback gegeben, der Trainer aber sagt: "Wenn er 22, 23 Jahre wäre, würde ich mir vielleicht Gedanken machen, aber Marc hat extrem große Erfahrung, trainiert wirklich sehr, sehr gut. Ich bin guter Dinge, dass er zwei Topspiele machen wird." Am kommenden Mittwoch in München gegen Portugal. Und dann möglichst am kommenden Sonntag noch einmal am gleichen Spielort - im Finale.
Nagelsmann ist nicht nur sicher, dass ter Stegen die lange Verletzungspause nach seiner Knie-Operation erfolgreich hinter sich lässt, er ist auch überzeugt davon, dass den Torhüter die Berichte über seine offenbar unsichere Zukunft nicht beeinflussen. Mehrere spanische Medien berichten übereinstimmend, dass Barca-Präsident Joan Laporta den Routinier nach zehn Jahren und trotz eines Vertrages bis 2028 zum Verkaufskandidaten erklärt haben soll.
Der Bundestrainer verrät, dass er über ter Stegen auch mit seinem Vorgänger, Barcelonas Erfolgs-Coach Hansi Flick gesprochen habe. "Wir haben miteinander geredet, aber da ging es ausschließlich um Marc selbst und nicht über die Transferpläne von Barcelona."
Nagelsmann geht gelassen mit dieser überraschenden Thematik um. "Dass Marc ein Verkaufskandidat sein soll, habe ich auch gelesen, aber das ist nicht meine Baustelle. Da wird mir nicht angst und bange. Und Marc auch nicht." Eine Aussage, die ein weiteres Signal ist, wie unerschütterlich des Bundestrainers Vertrauen in seine Nummer 1 ist.