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Nagelsmanns Sehnsucht nach dem "Wohnzimmer"

kicker

Bundestrainer will zwei Spiele in München

"Wir wollen zwei Spiele in München haben", sagt der 37-Jährige, und die zahlreichen Ausfälle sollen kein Stoppschild bedeuten. "Natürlich", so Nagelsmann, "wäre es schön, immer mit den selben Spielern spielen zu können, aber das Problem haben andere Nationaltrainer auch."

Mit Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala, Angelo Stiller, Kai Havertz und Tim Kleindienst fallen in allen Mannschaftsteilen potenzielle Stammspieler aus, dennoch sagt der Coach: "Neun von elf Positionen habe ich im Kopf." Seine Spieler hat er noch nicht informiert, "aber wer von ihnen in den Trainingsformen gut aufgepasst hat, der weiß Bescheid."

Noch keine Entscheidung über Füllkrug oder Woltemade

Festgelegt hatte sich Nagelsmann schon zu Beginn des Lehrgangs am vergangenen Freitag auf Marc-André ter Stegen im Tor, am Dienstag verteilte er eine Startelf-Garantie an Leon Goretzka und auch an Florian Wirtz, der auf ihn nicht den Eindruck macht, abgelenkt von dem Poker um seine Zukunft zu sein.

Die Einigung zwischen seinem Noch-Arbeitgeber Bayer Leverkusen und dem FC Liverpool steht weiterhin aus, Nagelsmann aber sagt: "Ich habe nicht gemerkt, dass ihn das belastet. Es ist normal, dass man sich ein paar Gedanken macht, wenn ein Wechsel ansteht, aber Florian trainiert normal und gut, und natürlich spielt er auch. Er ist ein Wettkämpfer."

Offen lässt der Bundestrainer hingegen die Sturmbesetzung. In der Vergangenheit galt Nagelsmann als Trainer, der bei seinen Spielern vor allem auf das Momentum setzte. Diese Haltung hat er, auch aufgrund der zahlreichen Ausfälle, schon bei der Nominierung zum Teil aufgeweicht und könnte dies auch bei der Startelf tun.

Ginge er allein nach den jüngsten Eindrücken in Liga und Pokalfinale, würde kein Weg am Erstberufenen Nick Woltemade vorbeiführen, Rückkehrer Niclas Füllkrug, nach monatelanger Verletzungspause seit April wieder im Spielbetrieb, spielt in seinen Überlegungen aber ebenfalls eine Rolle.

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"Fülle hat auch sehr gut trainiert", sagt Nagelsmann und erklärt zur Besetzung der Sturmmitte: "Ich weiß es noch nicht zu 100 Prozent." Ein Misstrauensvotum gegen den 23-jährigen Stuttgarter bedeutet dies indes keineswegs. Der Trainer ist angetan von seinem Neuling, attestiert ihm, sich auf und neben dem Platz gut in die funktionierende Gruppe einzugliedern.

"Nick ist nicht super schüchtern, aber hat eine gesunde Demut. Er ist ein guter Typ, der einen guten Eindruck gemacht hat, sehr angenehm in der Mannschaft ist und darüber hinaus auch gut trainiert." Klar ist für ihn : "Beides sind unterschiedliche Stürmertypen."

Und er muss auswählen zwischen dem wuchtigen Füllkrug, der im DFB-Dress in 22 Länderspielen 14 Treffer erzielt hat und zwischen Woltemade, der an den letzten drei Bundesligaspieltagen und im Pokalfinale gegen Bielefeld (4:2) jeweils einmal erfolgreich war.

Es ist eine Situation, die Nagelsmann bestärkt in dem Gefühl, "dass wir trotz der Ausfälle viel Qualität haben." Sie soll ausreichen, um den nächsten Aufenthalt im einstigen Wohnzimmer, zum Finale am Sonntag, zu sichern.