Höjbjerg verabschiedet sich endgültig
Nach einer turbulenten Saison herrscht rege Betriebsamkeit beim Europa-League-Sieger Tottenham Hotspur in puncto Kaderplanung. Nachdem mit dem ersten Titel seit 17 Jahren der Super-Gau beim Premiere-League-17. verhindert werden konnte, soll nun aus Sicht der "Lilywhites" der Grundstein für eine hoffentlich erfolgreichere Zukunft gelegt werden. Erwartungsgemäß wird Timo Werner davon jedoch kein Teil sein. Wie die Nordlondoner am Samstagvormittag bekanntgaben, wird der 29-Jährige nach dem Auslaufen seines Leihvertrags den Verein verlassen.
Im Winter 2024 war der 57-fache Nationalspieler nach einer schwierigen Hinserie mit nur 203 Einsatzminuten in der Bundesliga zu den Spurs gewechselt und konnte in der Folge mit sechs Torbeteiligungen (zwei Tore, vier Vorlagen) in 13-Premier-League-Spielen auf sich aufmerksam machen. Es folgte eine Verlängerung der Leihe (inkl. Kaufoption), aber an den Aufwärtstrend zu Beginn konnte Werner bei seiner weiteren Zeit im Norden Londons jedoch nicht anknüpfen; das Kapitel Tottenham sollte sich schließlich zu einem einzigen Missverständnis für beide Seiten entwickeln.
So übte bereits Ende der Hinrunde sein Trainer Ange Postecoglou deutliche Kritik am 29-Jährigen: "Er hat nicht annähernd das Level gespielt, was er kann", hatte der Australier Werner nach dem 1:1 in der Europa League bei den Rangers vorgeworfen. Insbesondere mit Blick auf seine Vorbildfunktion war seine Leistung damals "inakzeptabel" gewesen, "wenn auch 18-Jährige für uns spielen. Das habe ich ihm auch gesagt. Er ist ein erfahrener internationaler Spieler, ein deutscher Nationalspieler."
Der vorzeitige Tiefpunkt einer missglückten Leihe: Wenig später strichen die Spurs den einstigen Nationalstürmer aus dem Kader für den zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Im neuen Jahr sollte Werner nur noch auf 178 Einsatzminuten kommen. Mit diesem Rucksack kehrt der Stürmer von seinem zweiten Engagement auf der Insel - zuvor von 2020 bis 2022 im Dienste des FC Chelsea - nun vorerst zurück nach Leipzig. Doch hat Werner auch in Sachsen keine Perspektive mehr, im Sommer wird sich der gebürtige Stuttgarter auf die Suche nach einer neuen Heimat machen.
Weitere prominente Veränderungen im Spurs-Kader
Bei den Spurs verabschiedet sich mit dem 29-jährigen Deutschen jedoch nicht der einzige prominente Name. Auch der sechsfache spanische Nationalspieler Sergio Reguilon hat bei den Nordlondonern keine Zukunft. 2020 war der gebürtige Madrider für rund 30 Millionen Euro nach London gewechselt, verlor in den vergangenen Jahren jedoch sukzessive seinen Stammplatz. Nach wenig erfolgreichen Ausleihen zu Manchester United und dem FC Brentford verlässt der 28-jährige Linksverteidiger die "Lilywhites" nach Auslaufen seines Vertrags endgültig. Dasselbe Schicksal ereilt auch Ersatzkeeper Fraser Forster (sechs Einsätze für England), der in dieser Saison den zwischenzeitlich verletzten Stammtorhüter Guglielmo Vicario in 13 Partien vertrat.
Klarheit besteht auch bei den Leihspielern Pierre-Emile Höjbjerg und Kevin Danso, bei beiden Spielern greifen Kaufpflichten in ihren Verträgen. Während der Däne, der sich aufgrund mangelnder Perspektive zu Olympique Marseille verleihen ließ, weiter seine Schuhe in Südfrankreich binden wird, bleibt der andere ehemalige Bundesliga-Legionär auch über die abgelaufene Saison hinaus ein Teil der Tottenham Hotspur. Für den Innenverteidiger überweisen die Spurs kolportierte 25 Millionen Euro an den französischen Klub RC Lens.