Die DJK Adler Union Frintrop hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Aus der Kreisliga A kommend, kämpfte sich der Verein bis in die Oberliga Niederrhein hoch. Der erstmalige Sprung in diese Spielklasse endete jedoch unglücklich: Nach nur einer Saison stieg Frintrop 2023/24 am letzten Spieltag wieder ab. Statt in Schockstarre zu verfallen, startete der Klub in der Landesliga sofort den Neuaufbau. Mit Erfolg: Nur ein Jahr nach dem Abstieg gelang der direkte Wiederaufstieg.
Aufstieg bereits zwei Spieltage vor Schluss
Trotz Startschwierigkeiten - vor allem in den ersten Monaten bis Oktober - stabilisierte sich das Team unter Trainer Marcel Cornelissen und steigerte sich kontinuierlich. Im entscheidenden Spiel am 32. Spieltag fegte Adler Union den PSV Wesel-Lackhausen mit 7:0 am Frintroper Wasserturm vom Platz und machte damit den Aufstieg zwei Spieltage vor Schluss klar.
Dass Frintrop sich diesen Erfolg verdient hat, liegt aber auch an der Arbeit hinter den Kulissen. Allen voran: Hansi Wüst, der als Sportlicher Leiter weiterhin die Strippen zieht. Wüst ist eine Frintroper Institution und hat das sportliche Konzept maßgeblich geprägt. Nach dem schwierigen Start in die Landesliga-Saison wären wohl viele Sportdirektoren hektisch geworden, doch Wüst blieb ruhig.
Gemeinsam mit Cornelissen stellte er nun für die Oberliga einen Kader zusammen, der konkurrenzfähig sein soll, aber auch dem Ziel der Verjüngung Rechnung trägt. Die Handschrift des Klubs ist erkennbar: jung, entwicklungsfähig, hungrig. Gleich fünf Neuzugänge kommen vom Ligakonkurrenten SpVg Schonnebeck - darunter Nils Grigoleit aus dem Oberliga-Kader sowie vier Talente aus der A-Jugend. Ergänzt wird das Gerüst durch Spieler wie Noah Karthaus (zuletzt FC Büderich) und Jason Koffi Togbedji (FC Kray). Togbedji bringt durch seine Zeit beim ETB Schwarz-Weiß Essen Oberliga-Erfahrung mit.
„Wer sich für die 3. Liga oder Regionalliga empfehlen möchte, der ist bei uns komplett falsch.“ (Marcel Cornelissen, Trainer der DJK)
Bei der Zusammenstellung des Kaders habe der Klub Wert darauf gelegt, dass potenzielle Neuzugänge den Oberligisten nicht als Sprungbrett für höhere Aufgaben sehen, wie Cornelissen unterstreicht: "Wer sich für die 3. Liga oder Regionalliga empfehlen möchte, der ist bei uns komplett falsch!" Auch der Zeitpunkt der Kaderplanung zeigt, wie wenig man sich von kurzfristigen Perspektiven leiten lässt: "Uns war wichtig, dass die Spieler auch für die Landesliga zusagen."
Knappes Budget
Das Budget ist knapp, die Herangehensweise pragmatisch. Cornelissen bringt es auf den Punkt: "Der KFC Uerdingen gibt in zwei Monaten mehr Geld aus als wir in der gesamten Saison." Und dennoch - oder gerade deshalb - will Frintrop diesmal in der Oberliga bestehen. Der Klub sieht sich besser gewappnet als noch beim ersten Versuch. "Nach dem ersten Aufstieg dachten wir, wir seien körperlich gut dabei. Aber schon nach wenigen Spieltagen hatten wir einige Verletzte", erinnert sich Cornelissen. Auch taktisch sei das Team inzwischen weiter: "Die Gegenspieler in der Oberliga sehen Räume, die kannten wir vorher gar nicht", sagt er. "Der Unterschied zwischen Landesliga und Oberliga ist enorm. Darauf sind wir diesmal besser vorbereitet."
Der Kern der Mannschaft ist trotz Abstieg größtenteils zusammengeblieben. Viele Spieler sind den Weg seit Bezirksliga-Zeiten mitgegangen. Ein Sinnbild dieser Kontinuität ist Leon Engelberg. Der heute 28-Jährige wechselte 2021 von Schonnebeck aus der Oberliga zum damaligen Bezirksligisten Frintrop - ein Transfer mit Aha-Effekt. "Leon hat enorm dazu beigetragen, dass wir den Ligensprung so schnell geschafft haben", so Cornelissen. In den letzten Jahren sind dem Verein einige Meilensteine gelungen. Der nächste könnte der Oberliga-Klassenerhalt sein.