Von Hoffenheim zum DFB
Als Spieler hatte es für die Nationalmannschaft nicht gereicht, doch jetzt darf Benjamin Hübner mit Verspätung eine WM ins Visier nehmen: Der 35-Jährige beerbt nach dem Final Four der Nations League Sandro Wagner als Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der deutschen Nationalmannschaft. Das teilte der DFB am Samstag mit. Hübner, der seinen Dienst zum 1. Juli antritt und für drei Jahre unterschrieb, war zuletzt Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim und hat eine gemeinsame Vergangenheit mit Nagelsmann.
"Ich kenne Benni sehr gut aus unseren gemeinsamen drei Jahren in Hoffenheim. Er war immer ein echter Teamplayer, der für den Erfolg der Mannschaft gebrannt und eigene Interessen zurückgestellt hat", betont Nagelsmann. "Er hat schon als Spieler strategisch gedacht, war ein Anführer auf und neben dem Platz. Vor allem mit diesen Fähigkeiten und seiner Profi-Erfahrung ergänzt er unser Trainerteam hervorragend. Ich freue mich deshalb sehr darauf, jetzt beim DFB-Team wieder mit Benni zusammenzuarbeiten."
Hübner, Sohn des ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Sportdirektors Bruno und Bruder von Wehen Wiesbadens Innenverteidiger Florian Hübner, war 2016 nach Hoffenheim gewechselt, wo der zwei Jahre ältere Nagelsmann gerade als Cheftrainer übernommen hatte. Die drei gemeinsamen Spielzeiten gehören zu den erfolgreichsten der Klubgeschichte. Die TSG wurde Vierter, Dritter und Neunter und nahm erst an der Europa, dann - erstmals und letztmals - an der Champions League teil.
Nach insgesamt 122 Bundesligaspielen für Ingolstadt und Hoffenheim musste Hübner seine Karriere 2022 verletzungsbedingt beenden und startete ein Traineeprogramm bei der TSG. Seit Februar 2024 war er Co-Trainer, erst unter Pellegrino Matarazzo, dann unter Christian Ilzer.
Hübner: "Eine große Ehre"
"Für die Nationalmannschaft arbeiten zu dürfen, ist eine große Ehre", erklärt Hübner in der DFB-Mitteilung. "Unter Julian Nagelsmann hatte ich meine erfolgreichste Zeit in Hoffenheim, sie hat mich als Spieler, aber auch für meinen späteren Job als Co-Trainer stark geprägt. Daher freue ich mich sehr, dass es im September mit der Mannschaft auf dem Platz losgeht, und natürlich auf die WM im kommenden Jahr, für die wir alles geben werden." Zum Trainerteam gehören außerdem noch Co-Trainer Benjamin Glück und Mads Buttgereit, der als Assistenztrainer Standards firmiert.
Sportdirektor Rudi Völler verspricht sich von Ex-Profi Hübner "einen guten Blick auch für die Belange der Spieler. Das ist wichtig, und das Vertrauen zwischen ihm und Julian ist wegen ihrer erfolgreichen gemeinsamen Zeit in Hoffenheim sehr groß."
Wagner, der in Sinsheim ebenfalls mit Hübner zusammenspielte, hatte im April angekündigt, nach dem Final Four der Nations League vorzeitig als Nagelsmanns Co-Trainer aufzuhören, um seine Cheftrainer-Karriere voranzutreiben. Er war seit Sommer 2023 beim DFB angestellt.