Mit der Verpflichtung von Max Kruse schreibt die TuS Dassendorf dieser Tage Schlagzeilen weit über die Grenzen des Hamburger Amateurfußballs hinaus. Doch neben der Verpflichtung des Ex-Nationalspielers haben die Verantwortlichen am Wendelweg zuletzt auch andere wichtige Weichen gestellt.
Am Donnerstag wurde bekannt, dass Oliver Zapel zur kommenden Saison Cheftrainer beim aktuellen Tabellendritten der Oberliga Hamburg wird und damit auf Özden Kocadal folgt, dessen Abschied Anfang Dezember publik wurde. Der 57-jährige Inhaber der Pro-Lizenz wirkte in seiner bisherigen Karriere bereits in 69 Drittligaspielen sowie 83 Partien der Regionalliga Nord an der Seitenlinie. Für Dassendorfs Sportchef Hakan Karadiken steht somit fest: "Diese Verpflichtung zeigt sehr deutlich, welchen Weg wir mit der TuS Dassendorf gehen wollen: klar, ambitioniert und mit einem kompromisslosen Anspruch an Qualität." Gleichzeitig nennt Karadiken die Gründe für Zapels Verpflichtung: "Oliver Zapel steht für modernen Fußball, Struktur, Entwicklung und Führung."
Auch der künftige Coach gibt Einblick in seine Gedanken: "Die TuS Dassendorf ist ein Verein mit klarer Haltung und einem sehr ambitionierten Umfeld. Mich reizt besonders der gemeinsame Weg: Strukturen weiterzuentwickeln, eine klare Spielidee zu implementieren und Spieler individuell besser zu machen." Angesprochen auf seine Ziele betont Zapel: "Ich möchte mit der Mannschaft Fußball spielen, der Mut, Intensität und Identität ausstrahlt und der den Menschen in Dassendorf und der Region Freude macht."
Weiter in Berliner Bezirksliga
Aber natürlich liefert trotz der geschlossenen Trainer-Baustelle die Personalie Kruse weiteren Stoff. Gegenüber RTL/ntv kündigte der prominente Neu-Dassendorfer an, dass er auch weiterhin einzelne Partien für den Berliner Bezirksligisten Al-Dersimspor II absolvieren möchte: "Das Zweitspielrecht ist ja möglich dadurch, dass 200 Kilometer Entfernung dazwischenliegen und wir halt mit Dersim in der Bezirksliga spielen. Ich versuche, das ein bisschen zu kombinieren. Ob ich jetzt jedes Wochenende zwei Spiele machen kann, wird sich zeigen."
Dafür braucht es Fitness, die Kruse nach eigener Aussage noch nicht in gewünschter Art und Weise aufgebaut hat. Bis zum ersten Oberliga-Spiel des neuen Jahres, am 30. Januar beim Eimsbütteler TV, möchte er einen Teil seines Trainingsrückstands aufgearbeitet haben und sieht sich von Martin Harnik, seinem prominenten Mitspieler und alten Weggefährten aus früheren Tagen in der Jugend und bei Werder Bremen, besonders angespornt: "Martin war immer der Meinung, ich bin nicht fit genug für Dassendorf. Es hat mich schon getriggert, und deswegen habe ich gedacht: Neujahrsvorsätze, warum denn nicht?"
Kruse weiter: "Es reizt mich einfach, noch mal auf dem Niveau zu spielen. Deswegen habe ich gedacht, ich nehme die Herausforderung einfach mal an, und ob es am Ende klappt und wie oft ich eigentlich da bin, das wird man dann sehen."