Arminia Bielefeld kassierte in Hannover erstmals seit Anfang Februar eine zweite Liga-Niederlage in Serie. Doch nicht nur das 1:3 dürfte die DSC-Fans beschäftigt haben, sondern auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Sechser Stefano Russo. Der Taktgeber blieb zur Pause in der Kabine, nachdem Husseyn Chakroun ihm von hinten in die Beine gefallen war. Zwar bewahrheitete sich bei der anschließenden Untersuchung nicht die schlimmsten Befürchtung - ein Kreuzbandriss - , dennoch wird er den Ostwestfalen aufgrund eines Risses des Innenbandes im rechten Knie wohl sechs bis acht Wochen fehlen.
Ein schwerer Schlag für den Aufsteiger. Denn ein gleichwertiger Ersatz steht nicht im Kader. "Uns ist klar, dass man den Jungen nicht eins zu eins ersetzen kann. Er hat eine spezielle Rolle bei uns im Spielsystem, aber auch das werden wir hinbekommen", erklärte Mitch Kniat. Wie genau er den Ausfall auffangen möchte, verriet der 39-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Schalke allerdings nicht.
„Wir sind da auch schon viel, viel weiter, als ich verraten werden.“ (Mitch Kniat)
Er ließ eigentlich sogar alles offen: Von einem Vertreter, der die Position ähnlich interpretiert, bis hin zu einer Systemumstellung scheint alles möglich - zumindest für die breite Öffentlichkeit und dem Gegner. "Wir haben mehrere Leute, die es vielleicht ähnlich machen können oder wir machen es komplett anders. Wir sind da auch schon viel, viel weiter, als ich verraten werden", so Kniat.
In den Gedankengängen spielt Neuzugang Marvin Mehlem keine Rolle: Der 28-Jährige verabschiedete sich aufgrund seiner fünften Gelben Karte schon frühzeitig in die nächste Länderspielpause.
Trotz des fehlenden Mittelfeld-Duos ist die Vorfreude groß. "Es ist ein attraktives Spiel hier zu Hause", erläuterte der DSC-Trainer. Besonders freue er sich auf sein Gegenüber Miron Muslic, der Schalke "wieder Leben eingehaucht" habe. Er schätzt die Knappen daher ähnlich stark wie Hannover ein und sieht sie sogar als Aufstiegskandidaten. "Für mich ist Schalke, in der Art und Weise, wie sie auftreten, ein Favorit", so Kniat. Sein noch weitgehend unerfahrenes Team muss nun zeigen, ob es die richtige Schlüsse aus der Niederlage gegen 96 gezogen hat.