In einem der wohl verrücktesten Zweitliga-Spiele der jüngeren Vergangenheit trennten sich der 1. FC Magdeburg und die SpVgg Greuther Fürth mit 4:5. In der 9. Minute der Nachspielzeit sicherte Marco John dem Kleeblatt mit einem platzierten Flachschuss drei Punkte nach zuvor zwei Niederlagen am Stück.
Mann des Tages: Felix Klaus. Der Routinier im Fürther Offensivspiel bewies mit zwei Treffern abermals seinen Torinstinkt. Johns entscheidendes Tor legte der 32-Jährige mit einem öffnenden Pass gegen die dezimierten Hausherren vor - kicker-Note 1.
Doch dieses Spiel kostete die Mittelfranken auch jede Menge Nerven. Das Kleeblatt ging in Führung und ließ dann in schöner Regelmäßigkeit leichte Gegentore zu. Skurril sogar das 4:4, das Abwehrchef Philipp Ziereis in der Nachspielzeit gegen zehn Magdeburger ungewollt per Kopf auflegte.
Ende gut, alles gut? Mitnichten. "Wir haben wieder Tore zugelassen, die nicht passieren dürfen. Wir müssen viel zu leicht Gegentore fressen", konstatierte Thomas Kleine, der nach Schlusspfiff an der Seitenlinie sichtlich "durch" wirkte nach diesem wilden Ritt. Um in Richtung Länderspielpause vorauszuschicken: "Das wird ein großes Thema für die nächsten Wochen, dass wir da stabiler werden."
Schon elf Gegentore - das ist Liga-Höchstwert - nach vier Spielen bedeuten einen Schnitt von 2,75 pro Spiel.
Klaus: "So ein Tor darfst du nicht bekommen"
Gut für Fürth, dass die Offensive funktioniert und schon zehn Tore gesammelt hat - ebenfalls Zweitliga-Höchstwert. Neben Klaus zeigte sich Doppelpacker Noel Futkeu abermals torhungrig (Note 1,5). "Die Liga ist verrückt", sagte der Stürmer bei Sky, "ich bin sehr froh, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben." Der überragende Klaus als zweiter Teil der Fürther "Lebensversicherung" (beide führen mit je vier Saisontoren die Zweitliga-Liste an) stand dem TV-Sender ebenfalls Rede und Antwort: "Ich fühle mich jung, spritzig, ich glaube, man sieht es auf dem Platz", sagte der 32-Jährige über seine starke Form, kritisierte jedoch auch das Defensivverhalten. "Das darf nicht passieren, das 4:4 ist der helle Wahnsinn, so ein Tor darfst du nicht bekommen. Wir müssen die Woche viel trainieren. Aber wir haben sechs Punkte, es ist nicht alles schlecht."
Am 14. September geht es für Fürth im Liga-Betrieb zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern weiter, den die Weiß-Grünen auch als Pokal-Gegner zugelost bekamen. Für Sportdirektor Stefan Fürstner darf es demnächst auch wieder weniger aufregend zugehen bei der SpVgg. "Das Hin und Her ist nicht gesund für Herz, den Kopf, für alle", sagte der Ex-Profi bei Sky und sieht das Kleeblatt "punktetechnisch im Soll", bezieht dabei die Zweitrunden-Teilnahme im Pokal mit ein.