Fehlercode: %{errorCode}

Offensiv zu schwach: Oberhausen fehlt es an Forsch- und Frechheit

kicker

Warum Rot-Weiß Oberhausen nach neun Spieltagen mit elf Punkten auf Tabellenplatz 12 rangiert, ist offensichtlich: Der Kleeblatt-Klub registriert 10:13 Tore, leidet also unter akuter Schwäche im Abschluss, zumal die meisten Treffer nach Standards (Elfmeter, Freistoß, Ecke) erzielt wurden. Dass sich acht Schützen in die Liste einreihen (nur Eric Gueye und Matona Glody Ngyombo trafen bislang doppelt), ist ein weiterer Hinweis auf das eklatante Defizit. Für den zur Berliner Hertha II abgewanderten Timur Kesim (15 Tore) waren mit Seok-ju Hong von Schalke 04 II und Christopher Schepp (SV Meppen) zwei Mittelstürmer geholt, mit Cankoray Mutlu einer aus der U 19 hochgezogen worden. Getroffen hat bislang nur Mutlu (1).

"Wir halten die Augen offen", sagt der für die Kaderplanung verantwortliche Sportliche Leiter Dennis Lichtenwimmer-Conversano, "und wir werden im Winter sicher etwas tun." Für einen nicht auf Rosen gebetteten Verein wie RWO sei es schwer, Mittelstürmer mit Top-Qualität zu finden: "Neuen muss man auch die Zeit geben, sich in einer durchweg neuen und sehr jungen Mannschaft einzufinden", wirbt der Sportleiter um Verständnis.

Noch fehlt der Mut

Ihm ist allerdings auch aufgefallen, dass es den Rot-Weißen in der Vorwärtsbewegung häufig an der nötigen Forsch- und Frechheit im Zweikampf, in der Auseinandersetzung im gegnerischen Strafraum und im Torabschluss fehlt. Zu oft zu beobachten: Sie weichen von der Strafraumgrenze aus allzu gern nach hinten und versuchen sich in Kunstschüssen oder Flanken.

Auch bei den anderen Neuzugängen als jenen der ersten Angriffsreihe sind die teils hohen Erwartungen aus Umfeld und Anhängerschaft bislang nicht erfüllt. Das gilt besonders für den mancherorts als "Königstransfer" betitelten Alexander Mühling: Der gebürtige Oberhausener brachte aus Holstein Kiel und zuletzt dem SV Sandhausen ein ordentliches Maß an Erfahrung mit, findet sich aber nur allmählich damit zurecht, dass und wie er tief am Ende der Mittelfeldbesetzung agieren soll - vor allem, wenn es gegen massive Abwehrblöcke geht.

Lichtblicke Schlax und Murray

Es gibt aber auch Lichtblicke: Im zweiten Jahr seiner RWO-Zugehörigkeit spielt sich der unauffällig und doch wirkungsvoll agierende Luca Schlax im Mittelfeld immer verantwortlicher ins Geschehen, und in der Defensive ist der erst 19-jährige Kalifornier Drew Murray (SC Freiburg II) ein echter Gewinn. Er lässt auch mit seinem ausgeprägten Offensivdrang den voraussichtlich längerfristigen Ausfall von Innenverteidiger Moustafa Kourouma (Mittelfußbruch/RW Essen) glatt vergessen.

Am letzten Spieltag der englischen Woche verpassten es die Kleeblätter mit dem 1:2 gegen Köln II, den passablen Eindruck der zwei vorangegangenen Siege (2:1 über Dortmund II und 2:0 bei Schalke II) zu bestätigen und verharren deswegen im unteren Drittel der Tabelle. Das wollen sie mit einem Sieg beim SC Wiedenbrück am Samstag verlassen. Der Sportleiter hofft: "In diesem Jahr ist alles eng beieinander. Nach neun Spielen hat noch kein Team sechs Siege."