Das neue Jahr beginnt beim Hamburger SV mit einem Paukenschlag. Wie der Verein am Freitagmorgen mitteilte, ist Stefan Kuntz nicht mehr Sportvorstand des Vereins. Der 63 Jahre alte Europameister von 1996 hat seine Tätigkeit bereits zum 31. Dezember beendet. Darum hatte Kuntz den HSV-Aufsichtsrat nach den Weihnachtsfeiertagen aus persönlichen, familiären Gründen gebeten. Das Kontrollgremium hatte dem zugestimmt. Beide Seiten haben sich nun auf eine Vertragsauflösung geeinigt.
"Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball", wird Kuntz in der HSV-Mitteilung zitiert. "Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste."
In einem Post auf seinem Instagram-Profil schreibt Kuntz von einer "großen Ehre, Teil dieses besonderen Vereins zu sein". Die Zeit in Hamburg sei "intensiv, emotional und geprägt von echten Werten" gewesen. "Besonders die einzigartige Fankultur, die klare Haltung auch in schwierigen Themen, die gelebte Erinnerungskultur und das große soziale Engagement haben mich tief beeindruckt", schreibt Kuntz und bedankt sich bei den HSV-Fans "für alles, was wir gemeinsam erlebt haben". Der HSV werde "immer ein Teil von mir bleiben".
Kuntz, der zuvor unter anderem Trainer der deutschen U-21-Nationalmannschaft sowie Nationaltrainer der Türkei war, war im Mai 2024 für den HSV auf die Funktionärsebene zurückgekehrt, auf der er unter anderem von 2008 bis 2016 für den 1. FC Kaiserslautern tätig war. Als Sportvorstand des HSV verantwortete er unter anderem die Rückkehr in die Bundesliga 2025 nach acht Jahren in der 2. Liga.
Ob und wie der HSV Kuntz' Rolle nachbesetzen wird, geht aus der Mitteilung nicht unmittelbar hervor. "Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und sind mit Vorstand Eric Huwer und einer starken zweiten Führungsebene gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben", sagt Michael Papenfuß, der Vorsitzende des HSV-Aufsichtsrats. Der Fokus liege nun auf dem zweiten Teil der Bundesliga-Saison, in der der HSV auf Platz 13 momentan gute Chancen auf den Klassenerhalt hat, sowie auf dem seit dem 1. Januar geöffneten Wintertransferfenster - an dem Kuntz als Sportvorstand unmittelbar beteiligt gewesen wäre.
Die HSV-Profis starten am Freitag mit ihrer ersten Trainingseinheit ins neue Jahr, ein Wintertrainingslager ist nicht angesetzt. Das Bundesliga-Jahr 2026 startet für die Norddeutschen am 10. Januar mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg. Dann ohne den bisherigen Sportvorstand.