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Pole-Position im Aufstiegsrennen: Schöningen "gedanklich schon lange bei Hemelingen"

kicker

Aufstiegsrunde zur Regionalliga

"In der Regel schlafe ich nach Siegen gut, aber diesmal war ich doch sehr aufgewühlt", meinte Christian Benbennek, Trainer des FSV Schöningen am frühen Morgen nach dem 2:1-Sieg gegen den Heider SV. Der Auftakt in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord war somit gelungen.

Erst gegen 2.30 Uhr landete der Übungsleiter im Bett. Statt nach Hause zu gehen, musste Benbennek nach dem Spiel in die Notaufnahme. Mittelfeldspieler Gianluca Evers wurde mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus gebracht. Zum Glück stellte sich die Verletzung schließlich als schwere Prellung heraus. Die Schmerzen sind dennoch nicht minder groß, wie jeder weiß, der schon einmal eine Rippenprellung hatte. So war die Nacht für den Trainer kurz.

Ein Drittel ist damit geschafft. Die FSV Schöningen hat gute Karten im Rennen um den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Zumal sich die weiteren Kontrahenten aus Altona und Hemelingen Unentschieden (2:2) trennten.

„Die Jungs waren in der Pause relativ geknickt, als wenn sie zurücklegen würden.“ (Christian Benbennek)

Die Begegnung verlief so, wie es der FSV-Trainer erwartet hatte. Schöningen kam gut ins Spiel. Das Übergewicht lag beim Gastgeber. Die Idee von Benbennek ging auf. Und als Shamsu Mansary der ersehnte Führungstreffer gelang (28.), war alles bereitet. Dumm nur, dass Heide in der Nachspielzeit aus einer Standardsituation heraus zum Ausgleich durch Martin Wolf kommen konnte (45+2).

Ein Stimmungsdämpfer. "Die Jungs waren in der Pause relativ geknickt, als wenn sie zurücklegen würden", beschreibt Benbennek die Situation in der Kabine. "Ich habe dann gesagt, es ist alles gut. Wir haben die besseren Chancen, spielen mutiger, wir müssen dieses Gegentor abschütteln!"

Beck besorgt die erneute Führung

Dass die Mannschaft gewachsen ist, stabiler wirkt, sich durch den Ausgleich nicht zu sehr verunsichern ließ, bewies die FSV nach der Pause. Angeführt von den erfahrenen Spielern wie Christian Beck drängte Schöningen auf die erneute Führung. Und die gelang dem ehemaligen Zweitligaspieler des 1. FC Magdeburg nach Vorarbeit von Dimitar Milushev höchstselbst (57.).

Trotz seiner 37-Jahren ist Beck auch ob seiner Einstellung ein wichtiger Faktor für den Verein. Seine Einstellung, seine Bedeutung und seine Statur erinnern ein wenig an Tim Kleindienst.

"Christian war in der Saison nicht so erfolgreich, wie er es gewohnt ist. Aber es zeichnet ihn aus, dass er in einem entscheidenden Spiel nur eine Chance braucht", lobt Benbennek seinen Torjäger, ohne ihn besonders hervorheben zu wollen. "Es war eine hervorragende Teamleistung, auf der Christian Beck den Deckel darauf setzte."

Zwischen der 75. und 90. Minute ließ Schöningen noch drei dicke Chancen aus, das Ergebnis höher zu schrauben. Und so "hätte es beinahe noch kommen können, wie so oft im Fußball", bemerkte Benbennek. Doch die Gäste, die es zunehmend mit langen Bällen versuchten, verfehlten kurz vor Schluss das 2:2 nur knapp.

Zuschauer-Rekord bestätigt die Entwicklung

Was den Trainer besonders freute, war, dass seine Mannschaft zu Hause zeigen konnte, was in ihr steckt. Knapp über 1.000 Zuschauer waren gekommen. Das ist Rekord für die 11.000-Einwohner-Stadt.

Es entwickelt sich etwas in Schöningen. Erst 2011 gegründet, wird die FSV immer interessanter für Zuschauerinnen und Zuschauer - und damit auch für Sponsoren. Ein Aufstieg in die Regionalliga wäre dabei ein Beschleuniger. Das Fundament dafür scheint gelegt. An Heide kann ein Haken dran. Der Blick geht ab sofort voraus.

"Ich bin schon lange gedanklich bei der SV Hemelingen", erklärt Benbennek, der hofft, dass sich seine Mannschaft bis Sonntag schnell erholt. "Ich habe gerade in den englischen Wochen gemerkt, dass meine ältere Mannschaft nicht mehr leicht regeneriert", konstatiert der erfahrene Coach, der bereits als Trainer des BFC Dynamo Relegationsspiele bestritten hat.

Bennebeck warnt vor Hemelingens Top-Torjäger

In Hemelingen erwartet Benbennek ein völlig anderes Fußballspiel, eine andere Spielanlage. Die SV Hemelingen ist ein echtes Urgestein des Bremer Fußballs. Bereits 1858 gegründet, absolvierte die Spielvereinigung eine herausragende Saison. Mit einer beeindruckenden Bilanz von 111:31 Toren und nur drei Niederlagen in 30 Spielen sicherte sich das Team souverän die Meisterschaft der Bremen-Liga.

Ein Schlüsselspieler ist Clinton William Helmdach. Der Top-Torjäger der Hemelinger traf 23-mal und war nicht nur in der Liga, sondern auch im Lotto-Pokalfinale gegen den Bremer SV der Matchwinner. Mit seinem frühen Treffer schoss er Hemelingen am vergangenen Samstag beim "Finaltag der Amateure" in den DFB-Pokal.

Ein Favorit für das Spiel ist schwer auszumachen. Das Momentum liegt aber im Landkreis Helmstedt. "Die müssen kommen", erwartet Benbennek mit Blick auf Hemelingens 2:2 in der Nachspielzeit bei Altona 93. Für seine Mannschaft ginge es darum, wieder "Frische in die Beine" zu bekommen.