Die Vergangenheit mit zwölf Jahren bei den Sachsen und dem Legenden-Status bei RB hat einerseits das mediale Interesse auf Yussuf Poulsen gerichtet, aber auch Hamburgs Trainer Merlin Polzin hat den Austausch mit seinem Kapitän gesucht. "Natürlich", verriet Poulsen zur Wochenmitte, "hat Merlin mit mir gesprochen." Der 31-Jährige hat grundsätzlich eine Menge zu erzählen über Leipzig, aber er sagt auch: "RB hat viele neue Spieler und einen neuen Trainer." Er kann fraglos außerhalb des Platzes ein wenig Informationen geben, so richtig helfen aber soll er künftig vor allem auf dem Platz.
"Es geht nicht darum, ihn möglichst schnell auf 90 Minuten zu bringen"
Polzin schätzt die Ausführungen seines Routiniers grundsätzlich und im Vorfeld dieses für Poulsen besonderen Spiels im Speziellen. "Wir paaren den Austausch mit unseren Analysen über RB", sagt der Coach. "Ich möchte dieses Analyse-Thema nicht zu groß machen, denn in den Gesprächen mit 'Yussi' geht es eher darum, wie sein Gefühl zum Grundsätzlichen in Leipzig ist. Deutlich ist: Er hat ein großes Mitteilungsbedürfnis, weil er seinen Jungs helfen will."
Der Trainer ist zuversichtlich, dass der Mittelstürmer perspektivisch auch auf dem Rasen die erhoffte Hilfe ist. Poulsen selbst hatte am Mittwoch erklärt, dass er daran glaube, dass er es durch die gezielte Trainingssteuerung in Hamburg nach immer wieder kehrenden muskulären Problemen noch in dieser Halbserie schaffe, "wieder bereit für 90 Minuten zu sein". Polzin sagt: "Wir sind sehr, sehr vorsichtig mit ihm, weil wir möglichst viel von 'Yussi' haben wollen. Es geht deshalb weniger darum, ihn möglichst schnell auf 90 Minuten zu bringen, sondern darum, ihn mit allen Qualitäten, die er neben und auf dem Platz hat, bestmöglich zu nutzen."
Vor der Länderspielpause gegen Mainz (4:0) hatte Poulsen erstmals wieder zum Kader gehört, an der ehemaligen Wirkungsstätte ist ein Einsatz grundsätzlich angedacht. "Wir haben die Belastung bei ihm in den letzten Wochen gesteigert. Ich weiß, er steht zur Verfügung, und ich weiß, dass er brennt." Aber Polzin sagt auch: "Es hängt natürlich maßgeblich auch vom Spielverlauf ab."
"Ich fühle mich bereit"
Das Startelf-Mandat wird auch am Samstagnachmittag an einem für Poulsen so besonderen Ort Ransford Königsdörffer erhalten, und der Routinier weiß selbst: "Ich war jetzt wochenlang raus. Es ist klar, dass ich in Leipzig nicht 90 Minuten spielen werde. Aber es geht mir sehr gut, ich fühle mich bereit." Das Ziel bei der Rückkehr ist zumindest ein Joker-Einsatz. Und nach der Hilfestellung bei der Leipzig-Analyse auch die Rolle als Hilfe auf dem Platz.