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Poulsen verrät seinen 100-Prozent-Plan

kicker

Das Podium im Pressekonferenzraum des Volksparkstadions ist in den Tagen vor dem Spiel in der Regel für den Trainer reserviert. Weil vor der Reise nach Leipzig jedoch alle Medienvertreter den 31-jährigen Dänen mit dem Legendenstatus in Sachsen angefragt hatten, platzierte die Presseabteilung des Aufsteigers Yussuf Poulsen am Mittwoch auf der für Spieler ungewöhnlichen Bühne.

"Mein Körper ist, wie er ist. Ich muss es akzeptieren."

Die Einstiegsfrage bei Poulsen liegt gewissermaßen auf der Hand angesichts seiner Krankengeschichte. Die nach dem Befinden. Er nimmt sie mit einem Lächeln, sagt: "Es geht mir sehr gut." Am Dienstag hatte er den Trainingsplatz vor den Kollegen verlassen und versichert. "Es war nicht, weil ich Probleme habe, sondern, weil die Jungs einen klaren Plan mit mir haben."

"Die Jungs" sind in diesem Fall das Trainerteam und die medizinische Abteilung. Poulsen hat zwei Jahre mit immer wieder kehrenden muskulären Problemen bei RB auch in Hamburg bereits wieder zwei Ausfallzeiten hinnehmen müssen, wird nun konsequent gesteuert und aufgebaut. "Wenn ich früher vom Platz gehe, dann mache ich danach mein individuelles Programm."

Das Ziel bei dem gezielten Umgang: Poulsen soll wieder an die 100 Prozent heranreichen. "Ich war jetzt wochenlang raus, ich werde in Leipzig nicht 90 Minuten spielen", sagt er, "aber ich hoffe und denke, dass es in dieser Saisonhälfte noch so weit sein wird. Wenn es so weitergeht und ich weiterhin die Schritte mache wie zuletzt, dann wird es so kommen." Und dann will er zur richtigen Hilfe werden. In der Kabine, betonen Trainer Merlin Polzin und Sportdirektor Claus Costa, habe der Routinier jetzt schon eine besondere Bedeutung. Er selbst sieht sein Wirkungsfeld trotz bislang nur zweier Kurzeinsätze darüber hinaus ausgedehnt. "Ich wirke auch auf dem Trainingsplatz. Und genau da müssen wir besser werden."

Dass der HSV in den zurückliegenden Wochen bereits entscheidend besser geworden ist, hat er registriert, überrascht ist der Angreifer davon nicht. "Ich habe vom ersten Tag an gesehen und gespürt, dass diese Gruppe Schritte machen wird." Die weiteren Schritte will er nicht nur mitmachen, sondern dabei auch führen. "Ich hoffe, mit den Rückschlägen ist es jetzt vorbei." Denn: Natürlich haben sie an ihm genagt. "Klar ist es frustrierend. Aber ich muss es akzeptieren. Mein Körper ist, wie er ist. Es ist nicht so, dass ich nicht alles dafür gebe, um Verletzungen zu vermeiden. Es ist nervig, aber es ist ein Teil des Lebens."

Und zum Teil des Lebens gehört auch, dass Poulsen nach seiner zweiten Auszeit in Hamburg ausgerechnet in Leipzig, wo er zwölf Jahre zu Hause war und bis heute verehrt wird, sein Comeback feiern wird.