Wenn die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar am ersten August-Wochenende startet, kommt es zum Duell zweier Aufsteiger - und amtierender Meister: Sowohl der FC Hertha Wiesbach (Saarlandliga) als auch der FV Dudenhofen (Verbandsliga Südwest) beendeten die Saison 2024/25 in ihren Klassen jeweils auf dem ersten Platz. Eineinhalb Wochen vor der Partie bei den Saarländern (2. August, 15:30 Uhr) zeigt sich Gästecoach Kevin Hoffmann "sehr zufrieden" mit dem Stand der Vorbereitung.
Gleichwohl ist sich Dudenhofens Trainer der gestiegenen Anforderungen bewusst. Nach fünf Jahren in der Fünftklassigkeit musste sein Klub 2024 den Gang in die Verbandsliga antreten - ein Jahr später konnte er dann den direkten Wiederaufstieg feiern. "Fehler werden brutal bestraft. Es ist ein gravierender Unterschied. Die Qualität der Spieler ist in der Oberliga deutlich höher." Während der 35-Jährige seine Elf in der Vergangenheit zumeist in einer 4:2:3:1-Formation antreten ließ, könnte sich dies künftig ändern: "Wir wollen flexibel sein und müssen uns mehr anpassen. Es wird in mehreren Systemen trainiert."
"Wir wissen, wer wir sind"
Klar ist unterdessen die Zielsetzung der Mannschaft um Angreifer Julian Scharfenberger, den mit 15 Toren erfolgreichsten FVD-Akteur. "Wir wissen, wer wir sind, und sind sehr stolz darauf, was wir erreicht haben - dass wir in dieser Liga mitspielen dürfen. Alles andere als der Klassenerhalt wäre als Ziel vermessen. Und uns ist bewusst, wie schwierig das wird", erklärt Vorstand Christian Schultz.
Als Neuzugänge sind Luca Schlee, Dominik Petzold (beide FSV Offenbach), Samuel Wolf (Viktoria Herxheim), Max Lichti, Maxime Klein (beide TuS Mechtersheim), Irfan Catovic (Wormatia Worms) sowie Elias Bangna aus der U 19 des Ludwigshafener SC zum Team gestoßen. Nicht mehr zum Kader zählen dagegen Finn Leinberger (TuS Rüssingen), Thomas Meier (Fortuna Heddesheim), Bastian Patzak (SV Büchelberg), Michael Bittner, Pascal Thiede (beide FC Bienwald Kandel) und Yannik Sahin (Ziel unbekannt).
Hoffmann soll bleiben
Mit Meistertrainer Hoffmann, der für seinen Kader "sehr dankbar" ist, wird eine Ausdehnung des noch bis Saisonende laufenden Kontrakts angestrebt - ligaunabhängig. Nach seiner Zeit als Spieler wurde dieser zunächst Co-Trainer; 2023 übernahm er den Oberligisten dann als Chefcoach. "Völlig überzeugt" von seiner Arbeit sei man auch nach dem Abstieg im Sommer 2024 gewesen, erinnert sich Schultz: "Kevin zeichnet neben seiner hohen sportlichen Kompetenz die volle Identifikation mit dem Verein und ein gutes Miteinander mit den Spielern aus. Er ist mit Herzblut dabei. Wir denken über keinen anderen Trainer nach."
Mit einem Zähler Vorsprung vor Vizemeister TSV Gau-Odernheim kam Dudenhofen ins Ziel - und übertraf damit die eigenen Erwartungen. "Wir wollten schon oben dabei sein, aber die Favoritenrolle hatten andere inne. Individuell war der eine oder andere bestimmt besser besetzt. Aber wir sind verdient als Kollektiv aufgestiegen", sagt Schultz. Gründe für den Erfolg sieht Trainer Hoffmann im sozialen Gefüge. Viel Wert werde hier auf Teamgeist und Kameradschaft gelegt: "Wir wussten, dass es bis zum letzten Spieltag eng wird. Die Jungs haben füreinander gelebt, auf und neben dem Platz."
Stolz auf Jule Brand
Neben dem Aufstieg und den kommenden Herausforderungen in der Oberliga gibt es dieser Tage natürlich noch ein Thema rund um den Verein. Jule Brand startete ihre Laufbahn einst in Dudenhofen. Wie Schultz berichtet, trainiere die 22-Jährige bei Heimatbesuchen regelmäßig an ihrer alten Wirkungsstätte - so auch kürzlich vor dem Beginn der Europameisterschaft in der Schweiz.
"Großen Respekt" habe er vor dem Werdegang der künftig für Olympique Lyon auflaufenden Nationalspielerin: "Das ist eine sensationelle Geschichte. Ihr Elternhaus ist nur 100 Meter vom Sportplatz entfernt. Das ganze Dorf ist stolz auf Jule."