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Radonjic & Saljic als Matchwinner: Besser hätte es für Helm und die Austria nicht laufen können

kicker

"Ich habe gewusst, dass ich schon noch ein paar Dinge habe, mit der ich der Mannschaft helfen kann", war Stephan Helm nach dem 1:0-Sieg gegen Altach zwar erleichtert über den ersten Dreier der Saison, sah sich aber auch bestätigt, dass er mit seinem Latein noch nicht am Ende war. Auch die Stimmung in den Gängen der Generali Arena war gelöst, nichts deutete mehr daraufhin, dass Helm trotz des Sieges in der Länderspielpause seinen Job verlieren könnte, wie noch vor dem Spiel gemunkelt wurde.

Pro Helm

"Harald Zagiczek und Orti haben sich natürlich auch riesig gefreut", berichtete der Austria-Trainer über erste Gratulationen vom Wirtschafts-Vorstand bzw. Sportdirektor Manuel Ortlechner, die für sein weiteres Beschäftigungsverhältnis keine unwesentliche Rolle spielen. Und auch der Mannschaftsrat hatte sich - wie Kapitän Manfred Fischer verriet - bereits vor dem Spiel für eine weitere Zusammenarbeit mit Helm ausgesprochen. "Das habe ich gar nicht gewusst, ich weiß nicht, bei wem sie da waren", zeigte sich der Trainer einerseits überrascht. Anderseits auch nicht. "Man entwickelt ja ein Gespür dafür, wie man zur Mannschaft steht. Wir halten zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten."

Für das Altach-Spiel hatte er auch das richtige Rezept für seine Mannschaft: Räume eng machen, den Gegner vorm Tor weghalten, ihm auch mal den Ball überlassen. Das verblüffte die Altacher dermaßen, "dass wir gar nicht recht gewusst haben, was wir machen sollen", erklärte Abwehrchef Paul Koller, weshalb seine Mannschaft so "ideenlos" aufgetreten ist. "Wir hätten die Austria schon, zehn, 15 Meter weiter vorne erwartet", bestätigte auch Trainer Fabio Ingolitsch, der vier Ausfälle zu verkraften hatte. Dementsprechend arm an Höhepunkten war die erste Spielhälfte.

Teenie-Retter

In der zweiten Hälfte nahm die Austria dann das Heft wohl oder übel doch mehr in die Hand - und traf nach 56 Minuten aus einem Standard zum 1:0. Symbolträchtiger hätte der erste violette Siegestreffer der Bundesliga-Saison nicht ausfallen können. Ausgerechnet ein Eckball des 19-jährigen Startelf-Debütanten Sanel Saljic landete auf dem Kopf des gleichaltrigen Dejan Radonjic, der ebenfalls zum ersten Mal von Beginn an ran durfte. Der Treffer war somit auch Wasser auf die Mühlen jener Kräfte bei der Austria, die die eigene Jugend forciert sehen wollen.

"Die beiden haben schon im Training gezeigt, dass sie in Form sind", hatte Stephan Helm keine Bedenken, Radonjic für den verletzten Plavotic und Salic anstelle von Sarkaria als Fitz-Ersatz aufzustellen. "Sie haben sich wirklich sehr gut präsentiert, aber das ist auch nur möglich, weil sie eingebettet sind in eine funktionierende Mannschaft." Die beiden Teenager spielen schon seit der U 16 gemeinsam für die Austria bzw. in der Vorsaison auch für den SV Stripfing in der 2. Liga. Dass sie auch ein eingespieltes Ecken-Duo sind, hätte Helm noch nicht bemerkt, "aber es ist kein Geheimnis, dass Sani einen guten Standard schießt und Dejan kompromisslos in die Offensivkopfbälle geht."

Über die Ko-Produktion der zwei Jüngsten freute sich naturgemäß auch Kapitän Manfred Fischer: "Weil das auch zeigt, dass die Chemie in der Mannschaft passt, wenn sich die Jungen so wohl fühlen." Nur vor die Presse durften die beiden noch nicht treten. Aus Sorge, dass sie in der heiklen Gesamtsituation, in der die Austria steckt(e), vor den Mikrofonen noch nicht ganz so abgebrüht sind wie auf dem Spielfeld. Das übernahm einmal mehr der routinierte Fischer: "Es ist normal, dass die Menschen verärgert sind. Aber ich glaube, wir gehen sehr gut damit um. Sonst hätte es heute anders ausgesehen.“

Kirche im Dorf

Und für Stephan Helm sah die Welt mit vier Punkten auf dem Konto auch schon wieder anders aus. "Was ist unser erstes Etappenziel nach 22 Runden? Die Meistergruppe. Und wie weit waren wir vom dem Ziel heute weg? Vor dem Spiel sechs Punkte und jetzt sind es drei. Also, man muss die Kirche schon im Dorf lassen.“