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Ramelow über Klub-WM: "Fußball braucht keinen Gigantismus"

kicker

Die Klub-WM ist zu Ende, doch die mit dem Turnier verbundene Kritik geht weiter. Carsten Ramelow, seit November 2024 neuer Präsident der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV), fand deutlich Worte über das Turnier und deren Ausrichter. "Die FIFA versucht, auf Kosten der Gesundheit der Spieler und zulasten der nationalen Wettbewerbe den eigenen Profit zu steigern. Der Fußball braucht aber keinen Gigantismus, sondern vielmehr ein gutes Maß, das den Gesundheitsschutz der Spieler gewährleistet und sich an den Interessen der Fans orientiert", sagte der 46-malige DFB-Nationalspieler.

Der Vize-Weltmeister von 2002 nahm gleichzeitig aber auch den DFB in die Pflicht. Dieser sei "als Mitgliedsverband der FIFA gefordert, sich für die Interessen der Spieler und für die traditionsreichen nationalen Wettbewerbe einzusetzen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf trägt als Mitglied des FIFA-Rats eine besondere Verantwortung", sagte Ramelow.

Die VDV ist bereits vor dem Turnier aktiv geworden, indem sie vor dem Start der Klub-WM eine kartellrechtliche Beschwerde gegen die FIFA bei der EU-Kommission einreichte. Die FIFA solle künftig dazu verpflichtet werden, "die VDV bei Entscheidungen zum internationalen Spielkalender und zur Aufstockung beziehungsweise Einführung von internationalen Wettbewerben derartig einzubinden, dass unsere Spielerinteressen in angemessener und hinreichender Weise berücksichtigt werden", so Ramelow.

Weitere Verletzungen könnten folgen

Der Ex-Leverkusener warnte zudem vor den Folgen des Turniers. "Die Spieler konnten sich vor dem Turnier nicht ausreichend von den Belastungen einer anstrengenden Saison erholen, mussten dann die Klub-WM unter teilweise extremen Wetterbindungen spielen und haben jetzt nur wenig Zeit für die Regeneration und für die Vorbereitung auf die neue Saison", sagte Ramelow und ergänzte: "Schon während der Klub-WM hat es schwere Verletzungen gegeben. Und aufgrund der immensen körperlichen und mentalen Belastung ist das Risiko groß, dass in den kommenden Monaten zahlreiche weitere schwere Verletzungen folgen werden."

In die Kritik von Ramelow stimmte auch Sergio Marchi, der Präsident der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro, mit ein. Bei der BBC fand er deutliche Worte: "Was als globale Fußballfeier präsentiert wurde, war nichts anderes als eine von der FIFA kreierte Fiktion." Diese sei von deren Präsidenten, Gianni Infantino, beworben worden, "ohne Dialog, Feingefühl und Respekt für diejenigen, die das Spiel mit ihrer täglichen Arbeit tragen".

Zudem verglich er Infantino mit dem römischen Kaiser Nero: "Eine großartige Inszenierung, die unweigerlich an das Brot und Spiele im Rom Neros erinnert - Unterhaltung für die Massen, während hinter den Kulissen Ungleichheit, Unsicherheit und der Mangel an Schutz für die wahren Protagonisten immer tiefer werden."