Anfang Juni 2023 endete die Zusammenarbeit zwischen dem Chemnitzer FC und seinem damaligen Sport-Geschäftsführer Marc Arnold. Mit dem heute 55-jährigen Ex-Profi trat damals auch der komplette Vorstand zurück, da sämtlichen Beteiligten Misswirtschaft vorgeworfen wurde. Arnold erhielt kurz darauf vom Verein die fristlose Kündigung, gegen die er sich juristisch zur Wehr gesetzt hatte.
An diesem Freitag trafen sich Arnold und der Verein vor dem Landgericht Chemnitz. Nach intensiven Vermittlungsversuchen der zuständigen Richterin einigten sich beide Parteien auf eine Abfindungszahlung an Arnold in fünfstelliger Höhe. Die ursprüngliche Forderung des Ex-Geschäftsführers hätte laut Verein etwas mehr als das Doppelte der nun vereinbarten Summe betragen, weswegen beide Seiten zumindest mit einem Teilerfolg aus dieser Auseinandersetzung gehen.
Komplett wasserdicht ist der geschlossene Vergleich noch nicht, da bis Januar 2026 noch die Möglichkeit des Widerrufs besteht. Tommy Haeder, Geschäftsstellenleiter beim CFC, rechnet nicht mit einem Widerruf und erklärt: "Auch wenn wir aus unserer Sicht gewichtige Argumente vorgebracht haben und damit eine Erfolgsaussicht von mindestens 50 Prozent bestand, wollten wir diesen Prozess bewusst jetzt beenden, um einen Schlusspunkt unter diese juristische Auseinandersetzung zu setzen."
Streit um Sonderzahlungen
Noch kein Schlusspunkt kann unter die Auseinandersetzung mit der ehemaligen Präsidentin Romy Polster gesetzt werden. In diesem Prozess geht es im Kern darum, dass der Verein im August 2023 die Verträge mit Polsters Catering-Firma fristlos gekündigt habe. Der CFC begründete damals diesen Schritt mit festgestellten Vertragsverletzungen des Pachtvertrags durch die Polster Sport Catering GmbH. Das Unternehmen wehrte sich kurz darauf mit folgendem Argument: "Polster Sport Catering geht davon aus, dass ein wirksamer Vertrag besteht. Die geltend gemachten Gründe tragen die außerordentliche Kündigung nicht." Wer nun Recht bekommt, wird sich frühestens im neuen Jahr entscheiden. Der Verhandlung am vergangenen Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Dresden folgt ein weiterer Termin Anfang kommenden Jahres.
Haeder erkennt die Akribie des zuständigen Kartellsenats des OLG Dresden an, hofft gleichzeitig aber auch in diesem Fall auf ein baldiges Ende: "Für uns ist entscheidend, dass wir so schnell wie möglich unsere ganze Kraft wieder auf unser Tagesgeschäft konzentrieren können - und das ist der Fußball."