Nun 28 Klubs in Initiative
Als am Sonntag die Spieler des 1. FC Lok Leipzig nach aufreibenden 120 Minuten in Garbsen die Hände vors Gesicht schlugen und auch einige Tränen kullerten, da wurde vielen ein weiteres Mal bewusst, wie brutal die Aufstiegsspiele zur 3. Liga doch sein können: Zwar erwischten die Sachsen beim 0:3 nach Verlängerung im finalen Duell beim TSV Havelse nicht ihren besten Tag, doch nach einer Saison mit 76 Punkten, die zur souveränen Meisterschaft in der Regionalliga Nordost gereicht hatten, fühlten sich viele um die passende Ernte einer sportlich überzeugenden Saison gebracht.
Genau solche Szenarien will die Initiative "Aufstiegsreform 2025" aus der Welt schaffen. Zunächst im Nordosten gestartet, wächst die Mitgliederliste mehr und mehr auch durch Klubs aus anderen Regionen an. Am Dienstag schlossen sich mit Kickers Emden, dem VfB Lübeck und dem VfB Oldenburg drei Regionalliga-Schwergewichte aus dem Norden an.
"Ein absoluter No-Brainer", erklärt Emdens Manager Henning Rießelmann und schiebt nach, was er genau damit meint: "Wer eine ganze Saison lang alles gibt, Woche für Woche vorneweg marschiert und am Ende Meister wird, muss auch direkt aufsteigen dürfen - alles andere ist für mich sportlich nicht nachvollziehbar." Kollege Michael Weinberg, der in Oldenburg als Geschäftsführer fungiert, sieht es ähnlich und fordert: "Die Vereine brauchen mehr Planungssicherheit und Verlässlichkeit in sportlichen und wirtschaftlichen Fragen. Darüber hinaus sollte das Leistungsprinzip gelten und eine Meisterschaft mit dem Aufstieg honoriert werden."
„Wir müssen auch die Landesverbände und die Oberligen im Blick behalten.“ (Dieter Gudel, Vorstandsvorsitzender des VfB Lübeck)
Für Lübecks Vorstandsvorsitzenden Dieter Gudel sei die aktuelle Regelung auch in einer anderen Hinsicht problematisch: "Wir halten es zudem für die Integrität des Wettbewerbs nicht zuträglich, wenn bei wechselndem Aufstiegsrecht die betroffenen Regionalligisten in ein Wettrüsten und in finanzielle Risiken gezwungen werden, nur um in einer Spielzeit mit festem Aufstiegsplatz unbedingt Erster werden zu wollen." Zudem fordert Gudel: "Wir müssen auch die Landesverbände und die Oberligen im Blick behalten. Denn sonst werden die Probleme lediglich von höheren auf tiefere Spielklassen verlagert - in Bereiche, in denen weniger mediale Aufmerksamkeit besteht."
Mit dem Trio aus dem Norden sind aktuell 28 Klubs aus dem gesamten Bundesgebiet Teil von "Aufstiegsreform 2025". Für deren Sprecher Tommy Haeder, Geschäftsstellenleiter beim Chemnitzer FC, eine mutmachende Entwicklung: "Mit jedem weiteren Verein, der sich unserer Initiative anschließt, steigt der Reformdruck - und das gibt uns berechtigte Hoffnung, bis zum DFB-Bundestag im November eine faire Lösung für alle Beteiligten präsentieren zu können."