Schwartz kritisiert Stieler
Aufgeben? Das Wort steht augenscheinlich nicht im Wortschatz des 1. FC Saarbrücken.
Der Drittligist machte in der Relegation zwischenzeitlich den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel wett und ließ sich trotz Unterzahl in der Verlängerung auch nicht vom 1:2 der Braunschweiger unterkriegen. Stattdessen rannten die Saarländer an, scheiterten aber gleich mehrfach an Ron-Thorben Hoffmann. "Wir hatten in Unterzahl zwei 100-prozentige, die Hoffmann hält, wo wir dann das Tor nicht machen. Ich denke, wir hätten es zumindest verdient gehabt, ins Elfmeterschießen zu kommen", so Alois Schwartz.
Doch viel mehr als über die (vertanen) Chancen ärgerte er sich über den Zeitpunkt des Gegentors durch Fabio Di Michele Sanchez. Obwohl Schiedsrichter Tobias Stieler nur eine Minute Nachspielzeit angezeigt hatte, traf der BTSV in der zweiten Minute der Nachspielzeit. "Er zeigt eine Minute an und lässt 2:30 Minuten nachspielen. Und wir sind einer weniger - so wenig Fingerspitzengefühl, das finde ich einfach ein bisschen deplatziert", erklärte der 58-Jährige.
„Das Hinspiel hat uns das Genick gebrochen.“ (Kai Brünker)
Allerdings dürfte er im Rückblick feststellen, dass sein Team nicht aufgrund des Zeitpunkts des Gegentors oder der schwachen Chancenauswertung den Sprung ins Bundesliga-Unterhaus verpasste, sondern wegen des Hinspiels. "Das Hinspiel hat uns das Genick gebrochen", fasste Kai Brünker treffend zusammen. Es spiegelt ein wenig die gesamte Saison der Saarländer wider. Es ging auf und ab. "Wir haben zu viele Schwankungen gehabt", erläuterte Schwartz.
Brünker gibt Marschroute für den Sommer vor
Die Mannschaft habe ihr Leistungsmaximum nicht "konstant" abrufen können. "Was wir eigentlich alles können, wenn wir Mut haben und die Courage, in die Räume reinzuspielen. Wenn wir es öfter gezeigt hätten, hätte es vielleicht sogar direkt mit dem Aufstieg geklappt", so der Saarbrücker Coach.
Den nächsten Anlauf auf die erste Rückkehr in die 2. Bundesliga seit 2006 werden die Saarländer in der kommenden Saison angehen. Zunächst heißt es aber: die Enttäuschung verkraften. "Jetzt ist Urlaub, wir müssen alle ein bisschen abschalten: Kopf frei kriegen und dann die neue Saison mit vollem Fokus starten", gab Brünker die Marschroute vor.