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Retter Götze frohlockt: "Berlin gefällt mir"

kicker

Es war eine der Schlüsselszenen des Spiels. Und dass Felix Götze im richtigen Moment am richtigen Ort stand und den Kopfball von Dawid Kownacki, der sonst die Hertha-Führung bedeutet hätte, nach 23 Minuten klärte, war kein Zufall. "Das ist so ein bisschen mein Ding", sagte Götze nach dem verdienten 2:0-Sieg des SC Paderborn bei Hertha BSC. "Ich mach' das auch im Training recht oft, dass ich im meiner Meinung nach richtigen Moment auf die Linie laufe. Ich wusste, anders kann ich nicht mehr helfen. Es war die einzige Möglichkeit." Die einzige - und die fraglos beste.

Drittes Zu-Null-Spiel in Serie: "Wir schmeißen uns in alles rein"

Retter Götze war zur Stelle und bekam nicht nur wegen dieser Großtat später ein Extralob von seinem Coach. "Auch wenn es vielleicht keine schlaue Idee ist, ich mach's jetzt einfach mal: Ich möchte unseren Capitano hervorheben, der auf der Linie klärt und ein unglaubliches Herz und unglaubliche Leidenschaft ausstrahlt", sagte SCP-Trainer Ralf Kettemann. "Er war sinnbildlich für die Truppe heute."

Sinnbildlich für eine Mannschaft, die das dritte Mal in Serie zu Null spielte - und die in Berlin mit einem strukturierten, reifen Vortrag den nächsten Beweis antrat, dass auch in dieser Saison mit ihr zu rechnen ist. Tjark Scheller war nach abgesessener Rotsperre zurück in der Startelf, er ersetzte in der Dreierkette den erkrankten Calvin Brackelmann. "Wir machen es als Kollektiv einfach gut", bilanzierte Götze. "Wir verteidigen gut, wir schmeißen uns in alles rein. So gewinnst du die Spiele. Vorne machen wir schon irgendeinen." Oder zwei - wie am Samstag durch den gebürtigen Berliner Filip Bilbija.

Im August 2024 traf Götze bei seinem SCP-Debüt - in Berlin

Luft nach oben sah Kettemann im Spiel mit Ball. "Wir hatten einige Momente, in denen wir uns noch mehr Torchancen erspielen dürfen und können", sagte der Coach. "Da müssen wir ran. Aber die Basis war das Spiel gegen den Ball und die Leidenschaft, das Herz. Der Verteidigungswille war absolut maximal vorhanden."

Es war ein Nachmittag im Range eines Ausrufezeichens der von Götze angeführten Ostwestfalen. Der Stern des Abwehrspielers war am Paderborner Firmament vor einem Jahr beim 2:1-Auswärtssieg bei Hertha am 1. Spieltag der Saison 2024/25 aufgegangen - mit ihm als Torschütze bei seinem Einstand für den neuen Klub nach dem Wechsel aus Essen. "Berlin gefällt mir", bekannte Götze nach der abermals erfolgreichen Dienstreise in die Hauptstadt. "Es macht Spaß, hier zu spielen. Es ist einfach ein geiles Stadion."

Die nächste Aufgabe heißt am kommenden Samstag 1. FC Kaiserslautern. "Wenn wir so spielen wie heute, kann es weit nach oben gehen", sagte Götze in den Katakomben des Olympiastadions mit Blick auf die weitere Saison in dieser offenen, ausgeglichenen Liga. "Jetzt kommt mit Lautern ein ordentlicher Brocken auf uns zu. Aber wenn wir wieder so strukturiert spielen und uns in alles reinhauen, bin ich guter Dinge." Und falls doch mal ein Ball durchkommt, weiß der SC Paderborn: Er hat einen Spezialisten für Klärungsaktionen auf oder kurz vor der eigenen Torlinie in seinen Reihen.