Ausgebildet bei St. Pauli und Bayern
Mit Borussia Dortmund II stieg Niklas Jessen in der abgelaufenen Saison aus der 3. Liga ab. Der Rechtsverteidiger bleibt in der kommenden Spielzeit aber dennoch drittklassig. Er wechselt innerhalb des Ruhrgebiets und schließt sich Drittliga-Aufsteiger MSV Duisburg an. Zu Vertragsinhalten machten die Zebras, die sich zuvor bereits mit Rasim Bulic verstärkt hatten, keine Angaben.
Knapp 100 Einsätze im Herrenbereich
Der gebürtige Hamburger spielte in der Jugend für den Walddörfer SV und den FC St. Pauli, bevor er sich mit 14 für den großen Sprung zum FC Bayern entschied. Nur zwei Jahre später kehrte Jessen zurück zu den Kiezkickern, für die er bis zum vergangenen Sommer 78 Einsätze in der Regionalliga Nord sammelte (ein Tor). Bei den Profis kam er allerdings nie über einen Bankplatz hinaus.
So wagte er den nächsten Schritt in Dortmund, absolvierte 20 Partien in der 3. Liga für den BVB II - wobei er wegen einer Muskel- und einer Kopfverletzung jeweils mehrere Wochen passen musste - und stand gegen RB Leipzig im Profikader. Allerdings ebenfalls ohne Einsatz. Doch: Zumindest für einen Verbleib in der 3. Liga konnte sich Jessen empfehlen.
Hirsch kennt Jessen aus der Regionalliga
Erstmals Eindruck hatte der ehemalige Junioren-Nationalspieler des DFB (U 15 bis U 19) bei seinem neuen Coach Dietmar Hirsch aber schon weitaus früher gemacht. "Niklas kenne ich noch aus seiner Zeit in St. Pauli. Mit Ottensen haben wir damals zweimal gegen ihn gespielt", erinnerte sich der 53-Jährige, der Teutonia 05 in der Saison 2021/22 trainierte, in der Pressemitteilung. "Damals war er noch im zentralen Mittelfeld unterwegs. In Dortmund hat er dann als Rechtsverteidiger seine Zweikampf- und Spielstärke bewiesen."
Der Trainer hob zudem seine defensive Robustheit hervor, betonte aber auch: "Offensiv muss er lernen, seine Schnelligkeit noch besser einzusetzen." In seinem ersten Drittliga-Jahr blieb Jessen ohne Scorerpunkt. Dennoch ist man in Duisburg überzeugt: "Niklas wird den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite anheizen." Dort teilten sich in der abgelaufenen Saison Joshua Bitter als Stammkraft und Backup Moritz Montag den Job.
„Niklas hat keinen Zweifel aufkommen lassen, dass er den nächsten Schritt in seiner Karriere bei einem Traditionsverein wie uns gehen möchte.“ (Chris Schmoldt)
Die Gespräche mit Jessen seien "sehr unkompliziert" gewesen, wie Chris Schmoldt betonte. "Er ist noch ein junger Spieler, hat aber schon einige wertvolle Erfahrungen gesammelt", lobte der Sportliche Leiter den "dynamischen und aggressiven Rechtsverteidiger" und stellte klar: "Niklas hat keinen Zweifel aufkommen lassen, dass er den nächsten Schritt in seiner Karriere bei einem Traditionsverein wie uns gehen möchte. Wir dürfen uns auf einen jungen Spieler freuen, der richtig Bock auf den MSV hat."
Diesen "Bock" unterstrich Jessen auch in seinem eigenen Statement. "Der MSV Duisburg hat eine riesige Ausstrahlung, die Spielphilosophie des Klubs und des Trainers passen zu mir und die Trainingsbedingungen in Meiderich sind top." Entsprechend groß sei die Vorfreude auf die neue Saison.