Fehlercode: %{errorCode}

Rose: "Ich will unbedingt zurück auf die Bank"

kicker

Am Mittwochvormittag war noch Training, am Abend haben einige Spieler und ein Teil des Freiburger Trainerstabs die Sportklamotten gegen die feine Garderobe getauscht.

Zu den rund 250 Gästen aus Sport, Kultur und Politik bei der Charity Night der Matthias-Ginter-Stiftung im Businessbereich des Freiburger Europa-Park-Stadions gehörten Ginters Teamkollegen Niklas Beste, Eren Dinkci und Maximilian Philipp sowie Cheftrainer Julian Schuster und seine Co-Trainer Patrik Grolimund, Lars Vossler und Florian Bruns.

Gala gefährdet nicht die Vorbereitung

"Die Terminwahl ist perfekt, die nächsten Wochen wäre es sicher schwerer", sagte Schuster mit Blick auf die kommenden drei englischen Wochen, die dem Sport-Club bevorstehen. Nach freien Tagen mit "Hausaufgaben" sei in dieser Woche eine zusätzliche Einheit eingebaut worden. "Ich glaube, wir haben die Tage gut genutzt für einen sehr intensiven Block, der jetzt kommt."

Der SC-Coach sah deshalb in der Spenden-Gala mit Musik, Essen und Versteigerungen auch keine Beeinträchtigung der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag (15.30 Uhr)."Es ist ein guter Zweck und eine tolle Aktion, und ich bin sehr froh, dass die Jungs sich auch auch für andere Dinge einsetzen", erklärte Schuster.

Einsatz für Kinder in der Region

Zumal Ginter mit seiner Stiftung körperlich, geistig und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region Freiburg unterstützt. Seit der Gründung 2018 wurden mehr als eine halbe Million Euro in über 150 Projekte gesteckt. "Dass wir diese Marke geknackt haben, darauf bin ich sehr stolz", sagte der 31-Jährige, der zweifacher Familienvater ist. Seine Frau Christina ist Vorstand der Stiftung. "Wenn wir die Zeit haben, versuchen wir auch bei den Projekten vor Ort zu sein", so Ginter.

In der Länderspielpause war er bei der Inklusions-Fußballgruppe des PTSV Jahn Freiburg zu Gast, begleitet von Ex-Bundestrainer Joachim Löw, der einer der Botschafter der Stiftung ist und am Mittwochabend bei der Gala ebenfalls dabei war. "Ich finde es bemerkenswert, wie ernsthaft und mit ganzem Herzen Matthias und Christina das machen", sagte der 65-Jährige. "Kinder verdienen eine faire Chance."

Ex-Bundestrainer Löw lobt Ginter

Mit dem Innenverteidiger verbindet ihn die Zeit bei der deutschen Nationalmannschaft. Auch wenn er beim WM-Titel 2014 ohne Einsatzminute blieb, habe er danach noch "sehr viele Länderspiele gemacht, die klasse waren", so Löw. "Er war einer der Spieler, auf die ich mich immer verlassen konnte: Er war einer der konstantesten und zuverlässigsten Spieler, nicht immer spektakulär, aber extrem wertvoll, er konnte Aufgaben schnell verstehen und auf dem Platz super umsetzen."

Außerdem sei er "zu einer tollen Persönlichkeit gereift", nachdem er anfangs sehr ruhig gewesen sei, "ist er immer selbstbewusster geworden und in Freiburg hat er eine absolute Führungsrolle". Das kann der regelmäßige Tribünengast Löw bei SC-Spielen sehen. Als nicht mehr aktiver Trainer könne er "den Fußball ein bisschen aus der Distanz sehen und beurteilen", erzählte er, außerdem sei er viel unterwegs, "und ich habe mehr Zeit für Familie und Freunde - das ist auch schön".

Rose blickt nach vorn

Das hat er gemeinsam mit dem derzeit vereinslosen Marco Rose, bei dem das aber kein Dauerzustand werden soll. Er war zum ersten Mal bei der Charity Night seines Ex-Spielers dabei. "Matze hat mich schon mehrfach eingeladen, aber ich war immer im Job", erklärte der 49-Jährige. Nach seinem Aus bei RB Leipzig im März hat er Zeit, "und wenn es um die gute Sache geht, bin ich sehr gerne dabei - und noch mehr, wenn es um benachteiligte Kinder geht".

Er habe die Enttäuschung verarbeitet, sich erholt und ist bereit für neue Aufgaben. "Ich will unbedingt zurück auf die Bank, aber das muss nicht heute, nicht morgen und nicht übermorgen sein", sagte Rose. "Ich glaube, dass der Tag kommen wird. Man wird mich sicherlich wieder auf einem Trainingsplatz und im Stadion sehen." Aber er sehe sich nicht unter Druck, "es muss einfach passen - und vielleicht ist es dann jetzt mal das Ausland".