Gemessen am Ergebnis könnte man in Essen eigentlich zufrieden mit dem 8:1 gegen den Bezirksligisten VfB Frohnhausen sein. Begeistert war Uwe Koschinat nach Abpfiff aber nicht. Denn wenige Augenblicke vor dem Ende der Partie hatte Ramien Safi nicht nur mit seinem dritten Tor den Endstand hergestellt, sondern sich auch noch am rechten Sprunggelenk verletzt.
Im Gespräch mit RevierSport kurz nach dem Test konnte Koschinat noch nichts zu dem Leistungsträger der Essener sagen. "Ich weiß nicht, ob es die Auswirkungen des Zusammenpralls waren, dass er weggeknickt ist", blickte der Coach auf die Szene zurück, "aber es ist auf jeden Fall so, dass wir schauen müssen, ob am Bandapparat etwas beschädigt ist."
Ein Ausfall Safis wäre für RWE durchaus unglücklich, könnte der zuletzt blendend aufgelegte Niederländer doch weite Teile der verbleibenden vier Wochen Vorbereitung verpassen. An den letzten sieben Spieltagen der abgelaufenen Spielzeit hatte der 25-Jährige starke vier Scorerpunkte eingefahren.
"Träger" Auftritt im ersten Durchgang
Koschinat kam im Sportpark am Hallo zudem nicht daran vorbei, sportliche Kritik zu üben. So habe die Leistung im ersten Durchgang, der mit einem knappen 2:1 zu Ende gegangen war, nicht gestimmt - trotz "einer sehr hohen Zahl" vergebener Chancen: "Insgesamt war es ein bisschen träge. Ich finde, wir haben in den Situationen, wo wir mit dem ersten Kontakt spielen wollten, uns nicht so gut durchkombiniert."
Für den RWE-Coach einerseits eine Folge der anstrengenden Vorbereitung: "Psychologisch ist es aktuell schwierig für uns, weil wir eine sehr hohe Intensität im Training an den Tag legen." Andererseits aber auch eine Frage der Einstellung: "Wenn man denkt, ich muss eine erste und auch zweite Situation, wie beim Anschlusstreffer, nicht unterbrechen - so kannst du eben ein Gegentor kassieren, das auch gegen Bottrop in der Luft lag." Entsprechend wichtig sei es daher, "peu à peu schärfer im Wettkampf gefordert zu werden".
Koschinat macht Celebi Hoffnung
Möglicherweise ist bei kommenden Tests auch Ekin Celebi mit von der Partie. Der Vertrag des Linksverteidigers ist nach zwei nahezu ausschließlich von Verletzungen geprägten Spielzeiten Ende Juni ausgelaufen. Aktuell erhält der Rekonvaleszent die Chance, sich für eine Verlängerung zu präsentieren - trotz der Verpflichtung von Franci Bouebari.
Einen Grund für diese Möglichkeit stelle einerseits das "interessante Profil" des gebürtigen Nürnbergers dar. Andererseits sei Celebi "unfassbar gut vernetzt in der Mannschaft". Laut Koschinat infolge der langwierigen Ausfälle "ein sehr gutes Zeichen", weshalb die Zukunft des 25-Jährigen weiterhin offen ist: "Noch haben wir keine endgültige Entscheidung getroffen, aber aktuell präsentiert er sich stetig besser."
Das soll Celebi bestenfalls auch in den kommenden Testspielen der Essener zeigen können. Gegen Frohnhausen war ihm dies aus Gründen der "persönlichen Belastungssteuerung" noch nicht möglich.