"Wir haben aus meiner Sicht eine enttäuschende Champions-League-Ligaphase gespielt", sagte Axel Hellmann auf der Mitgliederversammlung am Montagabend. Vier Punkte und 10:19 Tore - das ist trotz der schwierigen Auslosung eine ernüchternde Bilanz. Der Vorstandssprecher räumte vor den Mitgliedern ein: "Ich glaube, wir haben an der einen oder anderen Stelle und Position den Kader falsch eingeschätzt. Und wir müssen feststellen, dass die eine oder andere Personalie schlichtweg nicht funktioniert hat." Hinzu kamen taktische Schwächen und Verletzungspech, das womöglich auch mit Fitnessproblemen in Zusammenhang steht.
Ersetzt Götze den verletzten Uzun?
Am Montag vermeldete der Klub, dass Can Uzun abermals wegen einer muskulären Verletzung im Oberschenkel ausfällt. Vielleicht hat Interimstrainer Dennis Schmitt dem 20-Jährigen zu viel zugemutet, indem er ihn drei Tage nach dem Spiel bei Qarabag Agdam gegen Hoffenheim erneut in die Startelf berief. Allerdings: Konkurrent Mario Götze drängte sich zuletzt nicht als Alternative auf. Insofern war Schmitts Entscheidung pro Uzun verständlich. Aufgrund der Verletzung könnte Götze nun aber gegen die Spurs in der Startelf stehen. Von Beginn an spielte der 33-Jährige in diesem Kalenderjahr noch kein einziges Mal.
Ansgar Knauff rückt als schneller Umschaltspieler voraussichtlich in den Sturm. Zwar gab es beim zuletzt angeschlagen ausgewechselten Arnaud Kalimuendo Entwarnung, doch Januar-Verpflichtungen durften noch nicht bei der UEFA nachgemeldet werden. Am Samstag wird Kalimuendo im Heimspiel gegen Leverkusen wieder von Beginn an spielen können. Denkbar ist, dass Rasmus Kristensen am Mittwoch eine Verschnaufpause erhält. Der Däne lief zuletzt trotz Nasenbeinbruch auf - und musste während der Spiele mehrfach behandelt werden.
Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Tottenham hatte Interimscoach Schmitt seinen stärksten Moment, als er damit konfrontiert wurde, dass es sportlich um nicht mehr viel gehe. "Wir sind Wettkampftypen. Mir stellt sich jedes Haar am Körper auf, wenn ich höre, dass es um nicht so viel geht. Das ist die Champions League! Es gibt Millionen Menschen und Kinder in diesem Land, die davon träumen, da einmal auf dem Platz zu stehen und diese Hymne zu hören", betont der 32-Jährige. Kämpferisch sagt er: "Wir sind meilenweit davon entfernt, auch nur einen Millimeter abzuschenken." Schmitt will von seinem Team Zweikampfstärke und Intensität sehen. Das Spiel sei eine Chance, individuell und als Gruppe "einen Riesenschritt nach vorne zu machen".
Knauff will die Gunst der Fans zurückgewinnen
Etliche Fans werden am Mittwochabend trotzdem darauf verzichten, in den Stadtwald zu pilgern. In der Ticketbörse gibt es für die meisten Blöcke im Sitzplatzbereich zahlreiche Karten für das ursprünglich ausverkaufte Spiel. "Das ist in der Situation, in der wir gerade sind, verständlich", meint Knauff, "die letzten Wochen waren nicht gut". Er weiß: "Es liegt an uns, das schleunigst zu ändern, indem wir wieder diese Energie auf den Platz bekommen, das Stadion und die Fans durch Aktionen und Intensität für uns gewinnen."
Klar ist: Mit einem Sieg gegen Tottenham könnte die Mannschaft vor dem eminent wichtigen Heimspiel gegen Leverkusen endlich mal wieder Selbstvertrauen tanken. Trotz der tabellarischen Bedeutungslosigkeit könnte das Spiel der erste Schritt aus der Krise heraus sein. Das würde auch dem neuen Trainer, der wohl noch in dieser Woche präsentiert wird, den Einstieg erleichtern.